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Eisbärenbaby Nanook verzückt Tierfreunde

Gelsenkirchen. Höchster Knuddelfaktor, leider nicht zum Anfassen: Das Gelsenkirchener Eisbärenbaby Nanook tollt ab sofort auch draußen herum. Der Zoo hätte nichts gegen ein bisschen Starrummel und hat schon mal reichlich Plüschbären gekauft.

Eisbärenbaby Nanook verzückt Tierfreunde

Das Eisbärmädchen Nanook mit seiner Mutter Lara im Außengehege. Foto: Rolf Vennenbernd

Vorsichtig schnuppert Nanook am Türrahmen, dann traut sich das Eisbärenbaby heraus und läuft der Mutter hinterher. Zunächst noch zaghaft, dann immer mutiger geht Nanook zum ersten Mal in ihrem Leben über Gras, schnuppert an einem alten Baumstamm, schleckt Wasser aus einer Pfütze.

Erst vor gut vier Monaten ist sie im Gelsenkirchener Zoo zur Welt gekommen. Am Freitag hat das Eisbärenbaby die Wurfhöhle zum ersten Mal verlassen und ist nach draußen gekommen - in Begleitung der Eisbärenmutter Lara. Ende November war das 13 Jahre alte Weibchen für den Wurf in den nur zwei mal drei Meter großen Raum gebracht worden.

Die Verantwortlichen des Gelsenkirchener Zoos sind erleichtert, dass es Nanook so gut geht. 45 Prozent der neugeborenen Eisbären sterben in Gefangenschaft in der ersten Woche und auch in diesem Fall gab es noch zwei weitere Jungtiere, die kurz nach der Geburt verendeten. Nanook dagegen entwickelte sich gut. „Es ist ein richtiger Wonneproppen geworden“, sagt Ulrich Köllmann, Chef der Stadtwerke, zu denen der Zoo gehört. Aus den 500 Gramm bei der Geburt sind mittlerweile flauschige 22 Kilogramm geworden. Den Namen „Nanook“ hat das Jungtier nach einer Online-Abstimmung bekommen. In der Sprache der Inuit bedeutet Nanook schlicht „Eisbär“.

Nanook hat mittlerweile das große Wasserbecken der Eisbärenanlage entdeckt. Am Ufer hockt sie sich nieder und steckt ihre linke Tatze ins Wasser. Dann beugt sie ihren Kopf herunter und trinkt ein wenig. Es dauert nicht lange, da braucht die Mutter ein Bad. Kein Wunder nach mehreren Monaten Verzicht. Nanook zögert nicht lang und folgt ihr. Sie kann sofort schwimmen. Lara dreht sich auf den Rücken und Nanook klettert auf ihren Bauch. Eine Tierpflegerin wundert sich nicht: „Die hatte Lust auf Wasser. Duschen mag sie megagerne.“

Drei Mal am Tag kontrollieren die Zooleute, wie es Nanook geht: morgens, mittags, abends. „Mittags wird der Stall gereinigt“, berichtet Tierpfleger Markus Tekampe (41). Obwohl die Hauptnahrung Nanooks noch lange Muttermilch bleibt, probiert sie auch schon Mamas Futter: Fleisch, Fisch, Obst, Salat, Brot. „Die Kleine knabbert da auch dran rum und schluckt auch schon Sachen.“ Das Eisbärbaby ist auch für Tekampe etwas Besonderes. „Sie ist niedlich, gar keine Frage. Die sehen ja so knuddelig aus.“ Spielen dürfen die Pfleger aber nicht mit dem Tier. Eisbären seien die größten Land-Raubtiere und ausgewachsen besonders gefährlich.

Etwa zwei bis zweieinhalb Jahre bleibt Nanook noch bei ihrer Mutter. Dann wird im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms überlegt, in welchen Zoo sie kommt, erklärt der zoologische Leiter des Zoos, Frank Ahrens. Nanooks Vater Bill lebt in der Anlage nebenan. Aus Sicherheitsgründen kommt die Kleine vermutlich erst nach zwei Jahren mit ihm zusammen. „In freier Natur kann es passieren, dass Jungtiere von erwachsenen Bullen getötet und gefressen werden“, sagt der 59-Jährige.

Nanook hat mittlerweile jede Scheu vor ihrem neuen, 1650 Quadratmeter großen Lebensraum verloren. Quirlig rennt sie ein paar Schritte, dreht dann schnell wieder um, zurück zu Mama. Die weicht ohnehin kaum von Nanooks Seite. Und auch die hinter dickem Sicherheitsglas postierten Fotografen interessieren Nanook: Sie geht zur Scheibe und richtet sich auf. Sooo groß bin ich schon! Erst nach zwei Stunden kehrt wieder Ruhe in der Anlage ein: Erschöpft ist Nanook vor ihrer Mutter auf dem Boden eingeschlafen. Und auch die Mama hat der erste Ausflug sichtlich müde gemacht.

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