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Elf, zehn, neun ... Freunde? Castrop-Rauxel sagt nein

CASTROP-RAUXEL Der demografische Wandel macht auch vor König Fußball nicht halt. Daher schlägt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, auf dem heute beginnenden DFB-Bundestag eine einschneidende Reform vor.

von Von Arne Niehörster

, 24.10.2007
Elf, zehn, neun ... Freunde? Castrop-Rauxel sagt nein

Ist das die Taktiktafel der Zukunft? Statt 3-5-2 oder 4-4-2 könnten Trainer unterklassiger Teams bald möglicherweile auf ein 3-3-2-System setzen.

"Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, sollten wir zumindest in den Kreisligen A bis C die Spielerstärke reduzieren und auch mit weniger als elf spielen", so der stärkste Mann des größten Sportverbandes der Welt.

Die Idee warf der DFB-Boss schon im Januar in die Fußball-Szene, jetzt wird es handfester: Der Antrag 65 wird zur Abstimmung gebracht. Flexibel sollen die DFB-Mitgliedsverbände nach Zwanzigers Plänen handeln, zwei Teams könnten sich dann sogar mit der Mindeststärke von sieben Spielern pro Mannschaft gegenüberstehen.

Pläne, die in "Fußball-Castrop" gar nicht gut ankommen. Die hiesigen Übungsleiter sprechen sich unisono gegen den "Kahlschlag" aus und haben zahlreiche Argumente.

"Da ist Standfußball doch vorprogrammiert"

Kreisliga B-Trainer Detlef Jug zum Beispiel. "Da ist Standfußball doch vorprogrammiert", sagt der Mann an der Linie beim VfR Rauxel. Sein Kollege vom A-Kreisligisten SV Dingen, Jörg "Diddi" Dietrich, findet die Idee absolut lächerlich: "Was soll das bringen? Noch mehr Jugendliche auf der Straße? Wenn man so alt ist wie Herr Zwanziger und solche Ideen hat, dann sollte man beim DFB überlegen, ob man nicht eher was Junges braucht."

Klare Worte auch vom Arminen-Übungsleiter Dimitrios Barliatsos aus Ickern. "Da können wir gleich mit dem Fußball aufhören. Wenn wir nur mit neun oder acht auf dem Platz rumhampeln, ist die Spielfreude weg."

"Wenn überhaupt, dann in höheren Ligen"

Kreisliga A-Trainer Udo Drees glaubt dann an noch mehr "Hau-Ruck"-Fußball. "Ich sehe da keinen Bedarf, gerade nicht für die unteren Ligen", so der Frohlinde-Coach. "Wenn überhaupt, wäre das eher etwas für die athletischeren Fußballer in höheren Ligen."

Peter Alexander ist Mitglied im Verwaltungsrat des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen und Delegierter beim DFB-Bundestag und damit stimmberechtigt: "Das ist nichts für unseren Verband. Was soll denn etwa bei zwei Platzverweisen passieren?" Als mögliche Alternative sieht Alexander das höchstens in ländlichen Kreisen. Er sitzt heute ab 11 Uhr mit allen Delegierten beim Bundestag in Mainz in einer Vorbesprechung.

Alexander: "Wir werden vorab über den Antrag informiert - wenn sich da kein Nutzen auftut, werde ich dagegen stimmen."

  

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