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DFB unterliegt Brasilien 0:1

Entspannter Joachim Löw setzt auf 14 Tage im Mai

Berlin Beim 0:1 gegen Brasilien verpasst die nachrückende Generation eine Chance. Doch der Bundestrainer gibt sich in Berlin relaxt. Andere wie Toni Kroos mahnen zu mehr Biss und Entschlossenheit.

Entspannter Joachim Löw setzt auf 14 Tage im Mai

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft unterlag am Dienstag Brasilien. Bundestrainer Joachim Löw setzt voll auf die Karte Trainingslager. Foto: dpa

Niederlagen etwas Positives abzugewinnen, das fällt mal leichter, manchmal aber auch richtig schwer. Und vor zwei Jahren zum Beispiel war das gar nicht möglich. Als die deutsche Nationalmannschaft im EM-Halbfinale gegen Frankreich mit 0:2 verloren hatte, da saß Joachim Löw anschließend ausgelaugt und müde in der Pressekonferenz. Man sorgte sich um den Bundestrainer, und er musste die bange Frage eines Journalisten beantworten, ob er sogar an Rücktritt denke.

„Nicht unser Tag“

Bekanntlich blieb Löw - und verlor seither keine einzige Partie mehr, inklusive aller WM-Qualifikationsspiele. Was ihn auf eine Stufe hievt mit Jupp Derwall (wenn er dort nicht ohnehin schon war). Derwall gelang es Ende der 1970er-Jahre als bislang einzigem Bundestrainer, 23 Spiele in Serie ohne Niederlage zu bleiben.

Nach dem 0:1 am Dienstagabend in Berlin gegen Brasilien hat Löw diese Marke knapp verfehlt, es hatte die DFB-Elf ausgerechnet im 23. Spiel erwischt. Löws Laune aber war schon 30 Minuten nach dem Abpfiff wieder hergestellt. „Es war nicht unser Tag heute“, meinte er mit diesem für ihn typischen leicht spöttischen Lächeln um die Mundwinkel. „Wir haben verdient verloren, damit kann ich gut leben.“

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Denn er hatte es ja kommen sehen. Gleich sieben Änderungen im Vergleich zur Startelf im Spanien-Spiel, B-Elf statt WM-Wunschformation. Das hätte vielleicht funktionieren können, wenn alle an ihrem Limit gespielt hätten. Taten sie aber nicht. „Wir haben den Gegner durch unsere Fehler stark gemacht.“ Und Löw vermisste bei seinen Spielern auch „Dominanz, Körpersprache und Verantwortungsgefühl“.

Kroos findet deutliche Worte

Während Toni Kroos deutliche Worte fand („Wir sind nicht so gut, wie einige denken“) und damit Abwehrchef Jerome Boateng folgte, der schon nach dem 1:1 gegen Spanien eine Leistungssteigerung für die Tage bis zum WM-Start am 17. Juni eindringlich anmahnte, gab Löw den relaxten Trainer. Er kennt diese Situation schließlich.

Grund für Sorge? Gebe es nicht. „Eigentlich gibt es kaum etwas, das mir Sorgen bereitet.“ Schon gar nicht ein verlorenes Testspiel im März vor einem Turnier im Sommer. Das war 2014 so, das war auch 2010 so. Löw erinnerte zudem an die vier Monate ohne Länderspiel, „und es waren viele junge Spieler auf dem Platz, für die war das eine gute Erfahrung.“

Fokus auf dem Trainingslager

Wie vor den vergangenen Turnieren setzt Löw voll auf das Trainingslager nach Saisonschluss. 14 Tage gemeinsame Arbeit, dort ist es ihm immer gelungen, eine eingespielte Elf zu formen und Automatismen auszubilden. Und überhaupt: „So viele Wechsel wie heute wird es im Turnier ja nicht geben, allenfalls punktuelle Änderungen. Wir müssen und werden dahin kommen, dass die, die einspringen, dann das Niveau der anderen erreichen.“

Luft nach oben hatten in Berlin auch die, die man eigentlich zum Stamm zählen darf. Ilkay Gündogan zum Beispiel, der mit vielen Fehlern negativ überraschte. Andere, wie die aufstrebenden Leroy Sané oder Leon Goretzka, bekamen aufgezeigt, wie dünn die Luft auf dem Top-Level ist. Deutlich wurde durch diese beiden Tests: Löw hat eine erste Elf, die zu den WM-Favoriten zählt. Für die nachrückenden Confed-Cup-Gewinner ist es aber noch ein weiter Weg.

Löw fordert Ende der Nostalgie

Die Brasilianer reisten mit der Genugtuung ab, die weiter anhaltenden Schmerzen nach der 1:7-Schmach vor vier Jahren zumindest ein wenig lindern zu können. Löw forderte ein Ende der Nostalgie. „Sie sind gefährlicher geworden in den vergangenen beiden Jahren, was ihre Offensive und das Umschaltspiel angeht. Auch die Defensive steht viel stabiler.“ Das, meinte der Bundestrainer, sei der Maßstab für die kommende WM in Russland. Nicht ein 7:1 vor vier Jahren in Belo Horizonte.

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