Ex-Freundin erstochen: Angeklagter kommt in die Psychiatrie

Nach der Tötung seiner Ex-Freundin mit 34 Messerstichen wird ein Angeklagter dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das Bonner Landgericht sprach den Mann am Donnerstag vom Vorwurf des Totschlags frei. Da er schuldunfähig sei, könne er für die Tat nicht zur Verantwortung gezogen werden, sagte der Richter. Ein Gutachter hatte dem 32-Jährigen eine ausgeprägte Psychose bescheinigt. Der Angeklagte hatte seine 33 Jahre alte frühere Lebensgefährtin in Euskirchen getötet und ihren neuen Freund mit Messerstichen schwer verletzt.

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Bonn

, 14.12.2017, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Ein Richterhammer liegt auf einem Tisch. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Nach Überzeugung des Gerichts lebt der Angeklagte in einer Wahnwelt. Am Tattag im Februar sei er zur Wohnung seiner Ex-Freundin gekommen, um den gemeinsamen Sohn zu retten, der seiner Vorstellung nach misshandelt würde. Im Prozess hatte der 32-Jährige gesagt, er sei von seinen späteren Opfern angegriffen worden. Daraufhin habe er das Messer gezogen. Der achtjährige Sohn war während der Attacke im Kinderzimmer und wurde durch die Schreie seiner Mutter geweckt.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich ebenfalls für die Unterbringung des Angeklagten in einer Klinik ausgesprochen. Die Nebenkläger dagegen - die Mutter der Getöteten und der verletzte Freund - hatten wegen Mordes und versuchten Mordes lebenslange Haft gefordert.