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Experte: Autonomes Fahren setzt Busse und Bahnen unter Druck

Autonomes Fahren könnte nach Ansicht eines Verkehrsexperten zur starken Konkurrenz von Bussen und Bahnen in Städten werden. Der öffentliche Nahverkehr könne stark unter Druck geraten, weil sich selbst fahrende „Robocabs“ möglicherweise über Werbung finanzieren ließen und dadurch kostenlos wären. Deshalb dürften sich solche Angebote nicht in Konkurrenz zu Bussen und Bahnen entwickeln, sagte Tobias Schönberg von der Unternehmensberatung Roland Berger am Mittwoch bei einem Mobilitätskongress in Köln, der unter anderem vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg organisiert wurde. Ohne staatliche Regulierung werde das nicht funktionieren, warnte er.

Köln

27.06.2018

Die sogenannten Roboterwagen - automatisiert fahrende Wagen, deren Insassen reine Passagiere sind - könnten zudem zu weitgehendem Stillstand in den Städten führen. „Wenn Sie dieses Fahrzeug kaufen und bei sich zu Hause hinstellen, dann steht die Stadt. Das ist aus meiner Sicht kein Fahrzeug, das jemals individuell besessen werden sollte“, sagte Schönberg. Solche Selbstfahrer würden noch mehr Verkehr verursachen. Wer zum Beispiel seine Sporttasche vergessen habe, schicke den Selbstfahrer noch mal kurz nach Hause, sagte der Verkehrsexperte, der nach eigener Aussage kein Auto besitzt und sich ausschließlich mit Bus und Bahn fortbewegt.

Der Verkehr in den deutschen Städten müsse sich stärker in Richtung eines gemeinsamen Fahrens entwickeln. „Die Lösung ist nicht die Erweiterung der Infrastruktur“, sagte Schönberg. Baue man eine neue Autobahn durchs Ruhrgebiet, wäre diese nach ein paar Jahren auch wieder ausgelastet. „Wir wollen uns nicht in Richtung Los Angeles bewegen.“

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