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Experten warnen vor Nachhilfe-Angeboten von Scientology

DÜSSELDORF Die Scientology-Organisation versucht nach Angaben von Experten verstärkt, über Nachhilfe-Angebote für Schüler in Nordrhein-Westfalen neue Mitglieder zu rekrutieren.

Experten warnen vor Nachhilfe-Angeboten von Scientology

Sekten-Experten und Verfassungsschutz warnen vor Scientology.

Zu diesem Ergebnis kamen Fachleute von Sekten-Beratungsstellen und Verfassungsschutz am Freitag bei einer von der FDP-Landtagsfraktion organisierten Informationsveranstaltung in Düsseldorf.

„Die Nachhilfe-Angebote haben sich in letzter Zeit verdreifacht“, sagte die Geschäftsführerin der Beratungsstelle Sekten-Info NRW, Sabine Riede. Derzeit versuchte Scientology, sich über harmlos erscheinende Einrichtungen oder Anti-Drogen-Kampagnen Akzeptanz zu verschaffen. Mittlerweile gebe es in Deutschland 31 und in NRW 5 solcher Nachhilfe-Einrichtungen, die zumeist unter dem Namen „Applied Scholastics“ auftreten. Die angewandten Lernmethoden seien zwar „sinnlos und überflüssig“, jedoch nicht gefährlich, meinte Riede. Die eigentliche Gefahr liege in den Missionierungsversuchen der Scientologen.

Untergeordnete Rolle in NRW

„Scientology ist eine unzweifelhaft verfassungsfeindliche Organisation, die weniger politische als wirtschaftliche Ziele verfolgt“, sagte der Leiter des Verfassungsschutzes in NRW, Hartwig Möller. Trotzdem hält Möller ein Verbotsverfahren wegen der „zu hohen Hürden“ für nicht erfolgversprechend. Derzeit gebe es in NRW etwa 500 Mitglieder. „Für den Verfassungsschutz spielt Scientology eine untergeordnete Rolle in NRW“, sagte Möller. Die Aktivitäten der Sekte seien etwa in Bayern oder Baden-Württemberg viel größer. Gleichwohl müsse der Staat Scientology-Opfern Hilfe bieten.

Die Experten warnten vor der Organisation, denen sich viele Menschen in „ruinöser Weise“ verpflichteten. „Man verliert viel Geld bei Scientology“, sagte Riede, die im vergangenen Jahr etwa 50 Aussteiger und Scientology-Geschädigte betreute. Möller warnte vor vermeintlich harmlosen Aktivitäten. „Die Scientology-Angebote täuschen über deren wirtschaftliche Interessen hinweg“, sagte er. Riede wies darauf hin, dass besonders Menschen in Lebenskrisen anfällig für Scientology seien.

Der Name Hubbard fällt immer

Vor allem auf den Namen des Sekten- Gründers L. Ron Hubbard sollte man im Zweifel achten. „Egal, welche Unterorganisation auch gegründet wird, sein Name fällt immer irgendwann“, sagte Riede. Prominentester Werbeträger ist der Hollywood-Schauspieler Tom Cruise, der zuletzt wegen eines im Internet aufgetauchten, vier Jahre alten Videos mit Bekenntnissen zu Scientology in die Schlagzeilen geraten war.

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