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FC Nordkirchen ohne Ideen und Mittel

Sechste Saisonniederlage in der Bezirskliga

Achselzucken bei Issam Jaber. Dass die 0:3-Heimniederlage am Ostermontag im Nachholspiel der Fußball-Bezirksliga gegen Viktoria Kirchderne zu hoch ausgefallen war, störte den Nordkirchener Trainer am Ende nicht mehr sehr. „Ob es am Ende 3:0 stehen muss, ist dann auch egal“, sagte Jaber.

Nordkirchen

, 02.04.2018
FC Nordkirchen ohne Ideen und Mittel

Nils Venneker hatte zwei Kopfballchancen für den FC Nordkirchen. Beide gingen daneben. Nordkirchen verlor am Ende gegen Kirchderne mit 0:3 © Reith

FC Nordkirchen – Viktoria Kirchderne 0: 3 (0:1)

Über weite Strecken des Spiels hatte Nordkirchen mit dem Tabellendritten mitgehalten, ihn aber zu selten in Verlegenheit gebracht. Auch als der FC Nordkirchen schon mit 0:2 zurücklag, hatte die Mannschaft Probleme, den Ball nach vorne zu bringen. Das lag einerseits daran, dass Kirchderne die Räume klug zulief und fast nur riskante Pässe ermöglichte. Teilweise musste Nordkirchen das Spiel zwischen einem 30-Meter-Korridor zwischen Mittellinie Strafraum aufziehen. Oder Kirchderne presste so früh, dass den Innenverteidigern Marcel Tönning und Nils Venneker meist nur der Rückpass blieb oder sie so sehr in Bedrängnis gerieten, dass sie den Ball als Befreiung unkontrolliert nach vorne schlagen mussten. Vor allem Nils Venneker hatte diesmal Probleme im Spielaufbau, wurde auch bei seinen brandgefährlichen Vorstößen immer wieder gestoppt.

Andererseits suchte Jaber die Gründe für die Niederlage auch im eigenen Lager. „Wir haben es dem Gegner einfach gemacht, indem wir ihm nichts entgegengeboten haben“, sagte Jaber, „wir sind nicht an das rangekommen, was wir letzte Woche geboten haben, spielerisch, läuferisch, von der Einstellung her. Wir waren vielleicht bei 40 bis 50 Prozent von der Leistung von letzter Woche.“ Zwischen Abwehr und Mittelfeld hätten die Nordkirchener ein Bindeglied gebraucht. Das sah auch Jaber in seiner Analyse ähnlich: „Jemand, der das Spiel gestalten und öffnen konnte, fehlte heute.“ Kapitän Florian Fricke konnte das nicht sein. Er war in der Pause mit einer Rückenverletzung ausgewechselt worden.

Und wenn es dann mal schnell ging, wie bei der guten Chance zur 1:0-Führung (22.), stimmten Kleinigkeiten nicht: Patrick Trawinski hatte Torwart Jonas König schon umlaufen, zögerte dann aber aus spitzem Winkel, suchte einen besser postierten Spieler, schoss dann doch – der Ball wurde auf der Linie geklärt. Überhaupt würde Trawinski mal wieder ein Tor gut tun. Die zweite dicke Möglichkeit hatte er direkt nach der Pause in einer Nordkirchener Drangphase. Lukas Mangels hatte sich über links durchgesetzt, legte ab in den Rückraum, Trawinski verzog aus zwölf Metern. In Schlussmann König fand er bei seinem Seitfallzieher nach 60 Minuten seinen Meister. König hielt stark, obwohl auch Trawinski eine technisch saubere Aktion hingelegt hatte. „Alles Zufallsprodukte. Dann hätten wir vielleicht einen gemacht. Aber wir waren einfach nicht gut“, kritisierte Jaber trotzdem die Mannschaft.

Abseitsverdächtig fiel das 0:1 vor der Pause. Kirchdernes Junior Kingsley Ndubueze war auf und davon und traf, Tönnings Grätsche kam zu spät. Zuvor war Stürmer Joachim Mrowiec den langen Weg mit nach hinten gegangen, kam aber zu spät. Nordkirchens Pausenrückstand war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verdient.

Beim 0:2 präsentierte sich Kirchderne dann gedankenschneller. Freistoß, Erkan Yigit war blitzschnell am zweiten Pfosten gestartet, als sich Nordkirchen noch in der Rückwärtsbewegung befand und sich sortierte.

Dass es lange nur 0:2 stand, war dann noch FCN-Keeper Philipp Sandhowe zu verdanken. Er machte eine Doppelchance durch Yigit und Ndubueze zunichte (82.) und vereitelte noch eine Hundertprozentige von Ndubueze, während Vennekers Kopfbälle vorne (69., 85.) zu unplatziert kamen und sich die eingewechselten Jonas Torlop und Jan Rabitsch gegenseitig auf den Füßen standen (87.). „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf wider. Die gesamte Mannschaft hat eine hervorragende Leistung abgeliefert“, sagte hingegen Kirchdernes Volker Bolte nach dem Spiel in Nordkirchen. Sehenswert war das 0:3. Alexander Humbeck überlupfte den chancenlosen Sandhowe wunderschön. Und Sandhowe? Reklamierte auf Abseits – und bekam natürlich Gelb.

Teams und Tore
FCN: Sandhowe - Venneker, Tönning, Tüns, Manfredi (72. Voß), Fritsche, Eroglu (72. Torlop), Fricke (46. Rabitsch), Mangels, Mrowiec, Trawinski
Viktoria: Hönig - Fröse, Behrends, Yigit (87. Yashanica), El Yahyaoui, Olesch, Keskin (72. Türkoglu), Milde, Schulz, Mohsen Beouyenzer, Ndubueze (83. Humbeck)
Tore: 0:1 Ndubueze (40.), 0:2 Yigit (69.) 0:3 Humbeck (90.+3)