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Fahrradhändler sieht geplante Helmpflicht kritisch

Verkehrssicherheit

Mit oder ohne Helm? Die Frage, die wieder politisch diskutiert wird, ist momentan nur eine der Mündigkeit jedes Einzelnen. Und des Geschmacks. Oder der Sicherheit. Beides scheint sich meist zu widersprechen.

NORDKIRCHEN

von Von Nico Drimecker

, 04.11.2011
Fahrradhändler sieht geplante Helmpflicht kritisch

Müssen bald alle Radfahrer einen Helm tragen?

Eine gesetzliche Helmpflicht, wie sie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kürzlich wieder ins Spiel gebracht hat, scheint nicht einmal bei Fahrradhändlern auf überschwängliche Freude zu stoßen. Kai Witteler, der Geschäftsführer des Fahrradladens an der Lüdinghauser Straße, sagt: „Für den Handel wäre eine Pflicht nicht gut.“ Ohnehin sei der Verkauf von Fahrradhelmen nicht das Hauptgeschäft.

Welches Klientel am wenigsten Helme kauft, weiß Witteler sofort: „Leute über 60, 70 und natürlich Jugendliche.“ Was für die einen uncool und für die anderen ein Dauerwellen-Zerstörer ist, bietet allerdings Sicherheit vor schweren Kopfverletzungen. Kai Witteler weiß das aus Erfahrung. Er selbst ist Radsportler. „Dann trage ich auch einen Helm“, sagt Witteler. Auf einer Mountainbike-Tour mit einem Freund katapultierte eine Baumwurzel seinen Vordermann gegen einen Baum. „Der Helm war gebrochen, das war schon ernüchternd.“Dennoch: Zwischen Sport und der Fahrt zum Milch-Einkauf beim Discounter gibt es Unterschiede. „Auf der Straße ist es natürlich auch nicht ungefährlich, aber es muss jeder selbst wissen“, rät Kai Witteler.

Argumente, die Menschen gegen Helme früher hatten, sind allerdings heute nicht mehr unbedingt gültig. Wer von seinem Kind Geschrei gegen den pinkfarbenen Helm erntete, den es einst alternativ nur in Neongelb gab, hat nun die Wahl zwischen vielen Farben und kindgerechten Motiven. „Manche haben früher darüber geklagt, dass man im Sommer unterm Helm eingeht. Aber auch das stimmt so nicht mehr“, weiß Witteler. Diverse Lüftungsschlitze sollen für Kühlung sorgen. Die vorderen Schlitze sind in der Regel sogar mit kleinen Netzen ausgestattet, „damit keine Biene hinein fliegt und zusticht“.

Trotzdem wäre gerade für eine Gruppe der Helm-Verweigerer ein Kopfschutz mehr als empfehlenswert: die Generation E-Bike. „Ein Elektrorad ist doch gewöhnungsbedürftig und hat eine andere Beschleunigung.“ Auch ist man verhältnismäßig flott unterwegs mit elektronischer Unterstützung. „Aber ich hoffe nicht, dass die Helmpflicht kommt.“ Gerade E-Bikes, die allmählich den Markt erobern und ein einträgliches Geschäft sind, könnten weniger nachgefragt werden. „Vielleicht entscheidet sich da der ein oder andere gegen ein etwas teureres E-Rad, wenn er einen Helm tragen muss“, fürchtet Kai Witteler. 

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