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Familienfreundlichkeit: Münster beliebt - Ruhrgebiet auf hinteren Plätzen

BERLIN/MÜNSTER Die Stadt Münster gehört nach dem am Donnerstag veröffentlichten „Familienatlas 2007“ zu den „aufstrebenden Regionen“ beim Thema Familienfreundlichkeit. Die Westfalenmetropole kam im NRW-Vergleich am besten weg. Das Ruhrgebiet kommt über Plätze im unteren Bereich nicht hinaus.

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Familienfreundlichkeit: Münster beliebt - Ruhrgebiet auf hinteren Plätzen

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen (CDU), zeigte in Berlin eine Landkarte Deutschlands, auf der die Regionen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie farbig unterlegt sind.

Münster habe gute Arbeitsmarktbedingungen und schneide auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung und Ausbildung sowie bei den Freizeitangeboten gut ab, heißt es in der vom Bundesfamilienministerium in Berlin veröffentlichten Studie. Die meisten Regionen in NRW sind im unteren Drittel angesiedelt. Nur Düsseldorf, Bonn, Aachen und der Kreis Lippe schafften es noch auf mittlere Plätze.

Lebensbedingungen von Familien in 439 Land- und Stadtkreisen in Deutschland

Der Atlas untersucht die Lebensbedingungen von Familien in 439 Land- und Stadtkreisen in Deutschland. Dabei werden in vier verschiedenen Handlungsfeldern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Wohnsituation und das Wohnumfeld, die Möglichkeiten von Bildung und Ausbildung sowie Freizeit- und Kulturangebote unter die Lupe genommen. Auch die demografischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Regionen werden berücksichtigt.                

Auch wenn Münster es im bundesweiten Vergleich auf einen Platz im vorderen Drittel geschafft hat, belege die Stadt dennoch keine Topposition, hieß es. Bei der demografischen Entwicklung und der Attraktivität des Wohnraumes liegt den Angaben zufolge Münster insgesamt gesehen eher im mittleren Bereich. Düsseldorf, Bonn und Lippe gehören zu den „stabilen Regionen“, Aachen stehe vor allem bei Arbeitsmarkt und Demografie ein wenig schlechter da und wird als „gefährdete Region“ eingestuft.

Ruhrgebiet auf den unteren Plätzen

Das Ruhrgebiet kommt über Plätze im unteren Bereich nicht hinaus. Die Städte Hamm, Dortmund, Hagen, Mülheim, Bottrop, Gelsenkirchen, Oberhausen und Duisburg werden als „passive Regionen“ mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen in den verschiedenen Bereichen eingestuft, ebenso wie Bielefeld, Köln, Krefeld und Mönchengladbach. Bochum, Essen und Herne werden zusammen mit Wuppertal und den Kreisen Ennepe-Ruhr und Unna sogar noch schlechter als „zurückfallende Regionen“ angesehen. Die Kommunen dieser Kategorie seien wegen des Strukturwandels wirtschaftlich schwach und hätten wenig Haushaltsmittel für Familienförderung übrig.

Potsdam an der Spitze

Potsdam ist die familienfreundlichste Stadt Deutschlands. Der Kreis Unna gehört dagegen zu den Schlusslichtern. Mit dem von der Prognos AG erstellten „Familienatlas“ will von der Leyen den Städten und Landkreisen ein Instrument an die Hand geben, um die Lebensbedingungen für Familien zu verbessern. „Vor allem die westdeutschen Landkreise müssen mehr tun“, sagte sie. Sie seien sonst langfristig von der Abwanderung junger Familien bedroht.

Landrat des Kreises Unna "zutiefst verwundert"

Der Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, zeigte sich „zutiefst verwundert“ über das schlechte Abschneiden des Kreises. „Wir können es im Moment nicht nachvollziehen“, sagte eine Sprecherin. Die Datenbasis sei unklar. Man wolle sich nun genau die Bewertungskriterien anschauen. Wichtig sei auch, welche Erkenntnisse der Bund aus der Studie ziehe.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, warb für gut ausgestattete Kita- und Schulplätze als Voraussetzung für die Ansiedlung von Firmen. Von 81 Kammern seien inzwischen 74 Mitglieder der Bündnisse für Familie, die es deutschlandweit gibt. Er sprach sich gegen einen „Wettbewerb“ zwischen Betriebskitas und kommunalen Betreuungseinrichtungen aus. Vor allem in der Fläche sei die Unterstützung kommunaler Kitas besser. Beim Freizeitwert sind die kleineren und mittleren Städte an der Spitze. Bei den Städten liegen mit den Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche Freiburg, Stuttgart und Münster vorne. Dortmund, Oberhausen und Duisburg sind Schlusslichter.

Laschet: Atlas bilanziert das "Erbe von Rot-Grün"

Nach Ansicht von Nordrhein-Westfalens Familienminister Armin Laschet (CDU) bilanziert der Atlas das „Erbe von Rot-Grün.“ Seit ihrem Antritt im Mai 2005 habe die schwarz-gelbe Landesregierung zahlreiche Projekte angestoßen. Er nannte unter anderem die flächendeckende Einführung von Familienzentren, die Reform des Kindergartengesetzes und den Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren.

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