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«Focus»: Drei US-Investoren zeigen Interesse an PIN

Köln/München (dpa) Drei US-Investoren zeigen nach Medienberichten Interesse an der Übernahme des angeschlagenen Postdienstleisters PIN Group. PIN-Vorstandschef Horst Piepenburg führe mit den Beteiligungsfirmen Blackstone, KKR und Advent International bereits Gespräche über einen Verkauf.

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«Focus»: Drei US-Investoren zeigen Interesse an PIN

PIN-Vorstandschef Horst Piepenburg bereitet offenbar einen Verkauf des angeschlagenen Postdienstleisters vor. (Archivbild)

Dies meldete das Nachrichtenmagazin «Focus». Ein PIN-Sprecher sagte dazu am Sonntag, er sei über Gesprächspartner nicht informiert. Es sei Verschwiegenheit vereinbart worden. Der Bericht bestätige aber, was Piepenburg bereits in der vergangenen Woche gesagt habe, dass das Interesse an der PIN-Group größer sei als ursprünglich erwartet.

Wie viele der 9000 Beschäftigten im Fall einer Übernahme durch die US-Investoren ihren Job behalten könnten, sei unklar, berichtet «Focus». Den Sanierungsplänen zufolge wollten die US-Investoren den seit dem 1. Januar geltenden Mindestlohn von bis zu 9,80 Euro pro Stunde in der Postbranche teilweise umgehen. Künftig sollten auch billigere Zeitungsausträger die Briefe verteilen.

Unterdessen hat die Luxemburger Muttergesellschaft von PIN beim Amtsgericht in Köln Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht habe jedoch noch nicht entschieden, ob der Antrag angenommen werde, sagte der Unternehmenssprecher. «Der Hintergrund ist, dass ein Gläubiger nicht bereit war, eine Stundungsvereinbarung zu unterzeichnen.» Es solle aber weiterhin versucht werden, die Gesamtgruppe zu sanieren.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Spiegel» soll ein PIN- Aktionär aus Berlin nicht bereit gewesen sein, der Muttergesellschaft eine Forderung von rund 1,5 Millionen Euro zu stunden.

Nach Angaben des Sprechers wurde der Antrag beim Kölner Amtsgericht gestellt, weil der Schwerpunkt des PIN-Geschäfts in Deutschland liege. Gemäß europäischer Rechtsprechung dürfe die Insolvenz dort angemeldet werden, wo das «main center of interest» sei.

Das Unternehmen, das neben TNT zum größten Konkurrenten der Deutschen Post gehört, war Ende vergangenen Jahres in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem der Großaktionär Axel Springer der Gesellschaft wegen der Einführung des Mindestlohns den Geldhahn zugedreht hatte. Bis Mitte vergangener Woche hatte das Unternehmen bundesweit für 18 Tochterfirmen Insolvenzanträge eingereicht. Am Mittwoch hatte Piepenburg Insolvenzanträge für 19 weitere Töchter angekündigt. Damit sollten die Mehrkosten aufgefangen werden, die durch die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns anfallen werden. Ein Arbeitsplatzabbau sei mit diesem Schritt nicht verbunden, sagte Piepenburg.

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