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Fragen und Antworten: Maul- und Klauenseuche

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Südengland wurden auch in Deutschland Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Bisher jedoch sehen die Behörden keine Anzeichen dafür, dass sich die Tierkrankheit auch hier ausbreitet. Fragen und Antworten zu den Entwicklungen.

Fragen und Antworten: Maul- und Klauenseuche

Opfer der Maul- und Klauenseuche.

Welche Gefahr besteht für den Menschen?

Nur eine verschwindend geringe. Für Paarhufer (Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine) ist Maul- und Klauenseuche (MKS) höchst ansteckend - bei Menschen ist die Krankheit nur in wenigen Einzelfällen ausgebrochen, zuletzt 1966. Selbst beim Verzehr von Fleisch oder Milch infizierter Tiere überträgt sich das Virus nicht. Eine Ansteckung ist nur bei intensivem Kontakt mit den Tieren oder ihren Ausscheidungen möglich.

Selbst dann ist der Verlauf der Krankheit beim Menschen harmlos, wie Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer, erklärt: „Die Betroffenen leiden an Fieber, Kopf und Gliederschmerzen. An den Händen und Füßen bilden sich Blasen, die innerhalb einiger Tage abheilen.“ Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen werden nur selten angesteckt. 

Wie zeigt sich MKS bei Tieren?

Befallene Tiere leiden zunächst unter hohem Fieber. Im Maul bilden sich Blasen, die klebrig-schäumende Substanzen absondern. Blasen an den Klauen können zur Lahmheit führen. Kranke Tieren fressen meist weniger und geben weniger Milch. Der Deutsche Bauernverband hat die Landwirte aufgerufen, auf die Symptome zu achten. Ein Problem ist die unterschiedlich lange Inkubationszeit: Zwischen Ansteckung und Ausbruch eines Tieres vergehen zwischen zwei und 18 Tagen.

Es gibt auch Tiere, die das Virus in sich tragen, aber keine Symptome zeigen - dennoch können sie das Virus übertragen. Nur bei drei bis vier Prozent der befallenen Tiere verläuft MKS tödlich - das eigentliche Problem ist die extrem schnelle Verbreitung. Das Virus kann über Futter, Kot, Kleidung oder Wind übertragen werden.

Kann MKS auch in Deutschland ausbrechen?

2001 ging die britische MKS-Epidemie nur vereinzelt auf das europäische Festland über, Deutschland blieb verschont. Über Tiere, die aus Großbritannien eingeführt wurden, könnte sich das Virus theoretisch auch hier verbreiten. Anzeichen dafür gibt es bisher nicht. Die Viren in Südengland stammen womöglich aus einem Labor, das Impfstoffe herstellt. In Deutschland unterhält allein der Tiermedizinhersteller Intervet ein solches Labor mit MKS-Viren. Zudem hält das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems MKS-Erregerstämme zur Diagnostik vor.

Hier gelten hohe Sicherheitsstandards: Im Labor herrscht Unterdruck und die Abluft wird mehrfach gefiltert, so dass Viren nicht nach draußen gelangen. Die Mitarbeiter müssen strenge Hygienevorschriften einhalten - dazu gehört eine „fünfminütige Zwangsdusche“ in einem verriegelten Schleusenraum. Zuletzt kam es in Deutschland 1988 zu einem MKS-Fall in Burgwedel bei Hannover. Damals stand, wie nun in England, ein Labor im Verdacht. Die Herkunft der Viren wurde jedoch nie geklärt.

 Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen?

Die EU hat ein Ausfuhrverbot für lebende Tiere sowie Milch und Frischfleisch von Wiederkäuern und Schweinen aus Großbritannien vorbereitet. Nach fünf Transporten mit etwa 40 Tieren nach Deutschland in den vergangenen Tagen ergriffen Behörden auch hier Vorsichtsmaßnahmen. Eine „Task-Force Tierseuchen“ mit Experten aus Bund und Ländern beriet gestern über die Lage.

Höfe in Hessen, Bayern, NRW und Niedersachsen, die Tiere aus England erhalten hatten, werden weiterhin beobachtet, in Mecklenburg-Vorpommern steht ein Pferd unter Quarantäne. Bei einem Rind und zwei Schafen, die zu Betrieben in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz geliefert worden waren, haben die Behörden bereits Entwarnung gegeben.  

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