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Frank Kuprella in Südafrika

WM-Blog

Südafrika im April 2010: Ein Land im Ausnahmezustand bedingt durch eine auch in Deutschland bestens bekannte Krankheit: das WM-Fieber! Und noch befindet sich der „Patient“ nur in der Inkubationszeit, der vollständige Ausbruch der Krankheit wird für den 11. Juni 2010 prognostiziert...

von Von Frank Kuprella

, 13.04.2010
Frank Kuprella in Südafrika

Frank Kuprella ist unser Mann in Südafrika.

Aber den „Patienten“ Südafrika hat es aus meiner Sicht deutlich stärker erwischt als Deutschland vier Jahre zuvor, zumindest was die Euphorie während der Vorbereitungszeit angeht. Dass das Land auch während des Turniers in einen ähnlichen, vielleicht sogar noch intensiveren Freudentaumel fällt als Deutschland im Sommer 2006 steht für mich außer Frage. Hier wird es aber definitiv kein „Sommermärchen“ geben, denn schließlich ist zu diesem Zeitpunkt Winter im südlichen Afrika. Seit der Verkündung des WM-Zuschlags an das Land am Kap vor knapp sechs Jahren ist das größte Sportspektakel der Welt (verzeiht mir liebe Olympia-Fans) Gesprächsthema Nummer eins im Land. Nahezu der gesamte Alltag ist seitdem geprägt durch die Euphorie und die Vorfreude der Bevölkerung auf die WM. Die ohnehin fussballverrückten Südafrikaner sehnen den WM-Start herbei und die Spannung kommt dem Siedepunkt von Tag zu Tag näher. Die Menschen sind stolz, das erste globale Fußballturnier auf afrikanischem Boden ausrichten zu dürfen, und sehen die WM als einmalige Chance, sich der Welt in einem positiven Licht zu präsentieren. Und meiner Meinung nach wird dies dem Gastgeberland auch eindrucksvoll gelingen. Es gibt hier schon seit geraumer Zeit kein Entrinnen mehr vor „König Fussball“. Überall wird man mit dem runden Spielgerät und den ausführenden Akteuren konfrontiert, wobei besonders das WM-Organisationskomitee als auch die Hauptsponsoren durch groß angelegte Werbekampagnen das WM-Feuer schüren. Fast alle Werbespots im Fernsehen bedienen sich mittlerweile des Themas und man hat das Gefühl, dass sich zur Zeit in Südafrika alles verkaufen lässt, sobald es mit Fußball in Zusammenhang gebracht wird. Die Euphorie erstreckt sich über alle Bevölkerungsgruppen in Südafrika. Besonders eindrucksvoll lässt sich das an allen Freitagen beobachten, welche im letzten Jahr landesweit zum sogenannten „Football Friday“ deklariert wurden. An diesem Wochentag sind die Menschen aufgerufen, ihre Fußball-Leidenschaft durch das Tragen von Trikots öffentlich zu demonstrieren. In der Schlange an der Supermarktkasse steht dann plötzlich ein Arsenal-London-Anhänger hinter einem offenkundigen Brasilien-Fan, während ein Kaizer-Chiefs-Fan des wohl populärsten Fußballklubs im Lande noch sein Kleingeld vor den Augen der Verkäuferin zählt. Und die hat dann wahrscheinlich auch noch ein Fußballtrikot an, da viele Kaufhäuser und Geschäfte ebenfalls auf den WM-Zug aufgesprungen sind und ihre Mitarbeiter freitags tatsächlich mit Fußballshirts einkleiden. Ein Trikot dominiert aber das Geschehen eindeutig: das „Bafana Bafana“-Shirt! „Bafana Bafana“ (Übersetzung: Junge) ist der hierzulande gebräuchliche Begriff für die südafrikanische Nationalmannschaft.