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Kritik an Erdogan

Friedrich: Erste Sprache junger Türken ist deutsch

BERLIN Die erste Sprache junger Türken in der Bundesrepublik muss aus Sicht von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Deutsch und nicht Türkisch sein. Damit widersprach er am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“ dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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Friedrich: Erste Sprache junger Türken ist deutsch

Hans-Peter Friedrich widerspricht dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und fordert, dass junge Türken in Deutschland Deutsch lernen müssten.

 

Dieser hatte in der „Bild“-Zeitung erneut gefordert, junge Türken sollten zuerst Türkisch lernen: „Wenn ein Kind eine neue Sprache erlernen will, muss es die eigene Sprache gut können“, argumentierte Erdogan. Dazu sagte Friedrich: „Daraus kann man schon erkennen, dass er das nicht so richtig erfasst hat: Ihre eigene Sprache ist ja jetzt eigentlich Deutsch.“ Dies habe Erdogan „noch nicht so ganz verinnerlicht“.

"Zentrale Voraussetzung" Friedrich sagte, das Erlernen der deutschen Sprache sei eine zentrale Voraussetzung, um die zu hohe Zahl von Schulabbrechern zu senken und die Basis für beruflichen Erfolg zu legen. Die Schulabbrecherzahl müsse sinken. „Das ist ein Potenzial an jungen Menschen, das uns nicht verloren gehen darf.“

"Doppelte Staatsbürgerschaft ändert nichts" Der Innenminister wies zugleich die Forderung zurück, die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft für dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer zu schaffen, um ihre Integration zu verbessern. „Ich glaube nicht, dass das etwas ändern würde, im Gegenteil.“ Wer in Deutschland dauerhaft bleiben wolle, solle die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen. „Und dann sind sie eben keine Türken mehr. Ich glaube, die Entscheidung muss man in seinem Leben irgendwann mal treffen.“

Festakt zum 50. Jahrestag Mit einem Festakt erinnern die Bundesregierung und Erdogan am Mittwoch an den 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Die Bundesrepublik hatte dieses am 30. Oktober 1961 mit der Türkei geschlossen, um dringend benötigte Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Viele der damaligen Gastarbeiter ließen ihre Familien nachziehen. Heute leben in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln.

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