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Frischer Wind auf der linken Bahn beim Stadtlohner Westfalenligisten

Hendrik Deitert bekommt seine Chance beim SuS

Durch das Zudrehen des Geldhahns bei den Fußballern des SuS Stadtlohn wurde ein Umbruch beschleunigt. Hendrik Deitert ist einer von vier A-Junioren, die aufgerückt sind. Auch bei Bundesligisten spielte er schon vor.

von Alex Piccin

Stadtlohn

, 08.03.2018
Frischer Wind auf der linken Bahn beim Stadtlohner Westfalenligisten

A-Junior Hendrik Deitert (r.) spielt sich in der Ersten des SuS Stadtlohn in den Fokus. © Sascha Keirat

Aus der Not hat der SuS Stadtlohn eine Tugend gemacht. Nach der erheblichen Etatkürzung in der Fußballabteilung zum Jahreswechsel hatten acht Kicker den Verein verlassen. Mit Spielern aus der Reserve und vier A-Jugendlichen hat Trainer Rob Reekers die Reihen wieder aufgefüllt. Einer von ihnen ist Hendrik Deitert. Für die veranlagte Offensivkraft, die 2010 als D-Jugendlicher aus Schöppingen an die Berkel wechselte, ist es „eine große Ehre“, bereits jetzt bei den „Großen“ mitzuwirken.

Geplant war es etwas anders. Eigentlich sollten Niclas Ostenkötter, Milan Tendahl, Tobias Preckel und Hendrik Deitert zweimal die Woche bei der Ersten trainieren und dann in der U19 spielen. Das Quartett war Reekers schnell aufgefallen: „Bereits nach 30 Minuten habe ich gesehen, die können wir gebrauchen. Ich bin froh, dass sie da sind. Ansonsten hätten wir das Buch zumachen können.“ Der Coach schenkte Deitert zum Jahresauftakt gleich das Vertrauen und ließ ihn in Gievenbeck von Beginn an ran. „Ich war überrascht, gleich in der Startelf zu stehen“, unterstreicht der Schöppinger.

Zwiespältiges Gefühl

Im Kader des Senioren-Westfalenligisten zu stehen, ist für ihn ein zwiespältiges Gefühl: „Klar, ich freue mich, in der Ersten zu spielen. Aber es gibt auch diesen blöden Hintergedanken, die A-Jugend im Stich zu lassen.“ Diese steckt nämlich in der Westfalenliga mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Ähnlich sieht es U19-Coach Oliver Döking, der allerdings den Ausbildungsauftrag hervorhebt. Das lachende Auge überwiege leicht. „Am Ende bin ich irgendwo stolz, wenn die Jungs jetzt schon so weit sind.“ Wenn es im letzten Saisondrittel für Stadtlohns Erste um nichts mehr gehen sollte, könnten die vier A-Junioren wieder eine Altersklasse tiefer mitwirbeln.

„Hendrik ist ziemlich frech auf dem Platz und zeigt keine Angst. Er gibt Gas und versucht, alles richtig zu machen“, benennt Reekers die Vorzüge des Linksfußes. Die Eingewöhnung in den Seniorenfußball benötige seine Zeit. Davon weiß auch der 18-Jährige zu berichten: „Verglichen mit der A-Jugend war der Schritt riesengroß. Ich bin gut aufgenommen worden.“ Döking beschreibt Deitert als fleißig, abschluss- und zweikampfstark. Zuweilen sei er noch ein wenig stimmungsschwankend.

Schritt für Schritt

Zum ganz großen Sprung reichte es für Deitert (noch) nicht, obwohl er mehrmals nah dran war. Bei den Nachwuchsmannschaften der Profiteams von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Twente Enschede hat er als C- und B-Junior vorgespielt. Ein festes Ziel für seine Fußballerlaufbahn hat Deitert nicht und wartet ab, was diese Saison so mit sich bringt.