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Fröhlicher und meist friedlicher Start ins Jahr 2018

Berlin. Mit fröhlichen Partys feiert die Welt ins neue Jahr. In Deutschland gibt es bei Böller-Unfällen es zwei Tote. Sexuelle Übergriffe auf Frauen sind laut Polizei diesmal selten - doch Attacken auf Einsatzkräfte häufen sich.

Fröhlicher und meist friedlicher Start ins Jahr 2018

Vom Dawes Point in Sydney hat man einen guten Blick auf das Silvesterfeuerwerk. Foto: Jeremy Ng

Millionen Menschen in Deutschland und der Welt sind mit fröhlichen Silvesterpartys und knallbuntem Feuerwerk ins Jahr 2018 gestartet. Bei der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor in Berlin feierten mehrere Hunderttausend.

Hier und in weiteren Großstädten wurden anders als vor zwei Jahren in Köln nur vereinzelt sexuelle Übergriffe auf Frauen gemeldet. Zwei Männer in Brandenburg starben bei Unfällen mit Böllern, zahlreiche weitere Menschen wurden mit - oftmals illegalen - Knallern verletzt. Weltweit gab es spektakuläre Feste, in Rio etwa unter dem Motto „Umarmung“.

Ein 35 Jahre alter Mann erlag in Gusow bei Frankfurt/Oder beim Böllern trotz sofortiger Erster Hilfe seinen schweren Verletzungen. In Kleinmachnow bei Potsdam starb ein 19-Jähriger: Er wollte nach Polizeiangaben selbstgebautes Feuerwerk zünden und wurde am Kopf getroffen. Auf einer Silvesterfeier im niedersächsischen Löningen wurde ein 22-Jähriger lebensgefährlich verletzt, als ein Böller zu früh an seinem Gesicht explodierte.

Ein 14-jähriges Mädchen im thüringischen Triptis muss laut Polizei um sein Augenlicht fürchten, nachdem ein Böller in eine Menschengruppe geworfen wurde. Die Wucht der Explosion habe ihr die Brille „weggesprengt“. Bei dem Sprengkörper soll es sich Ermittlungen zufolge um einen verbotenen sogenannten Polen-Böller handeln. Im Unfallkrankenhaus Berlin war das Team der Handchirurgie durchgehend in drei Operationssälen im Einsatz. Mindestens fünf Patienten hätten schwere Amputationsverletzungen durch Böller erlitten.

Randalierer in Leipzig attackierten Polizisten in der Silvesternacht mit Böllern und Steinen. Über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt, erklärte die Polizei. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe man Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen. Leipzig war in den vergangenen Jahren immer wieder mal Schauplatz von Krawallen der linksextremen Szene.

Auch an anderen Orten gab es Angriffe auf Rettungskräfte: Die Besatzung eines Rettungswagens der Berliner Feuerwehr wurde am Neujahrsmorgen von Unbekannten mit Schusswaffen bedroht. Feuerwehrleute alarmierten die Polizei, diese stellte zwei scharfe Schusswaffen sicher. Die Feuerwehr Berlin sprach von acht Angriffen auf Einsatzkräfte und 57 Angriffen auf Einsatzfahrzeuge mit erheblichen Sachschäden - dies mache „sehr nachdenklich und betroffen“. Bundesinnenminister Thomas de Maizière schickte eine Dankesbotschaft an die vielen Einsatzkräfte: „Statt selbst zu feiern haben Sie gearbeitet, damit andere feiern konnten.“

Am Brandenburger Tor unterhielten Stars wie Oli P. und Conchita die Besucher. Um 0.00 Uhr erleuchtete ein riesiges Feuerwerk den Nachthimmel. Auch in Hamburg feierten die Menschen laut Polizei meist friedlich. Rund um die Landungsbrücken und den Jungfernsteig zählte die Feuerwehr in der Hansestadt Zehntausende.

Allzu dick anziehen mussten sich die Feiernden draußen nicht: An vielen Orten war es zum Jahreswechsel fast schon frühlingshaft. Am Silvesternachmittag wurde im badischen Rheinfelden mit 16,1 Grad am Rekord gekratzt. Wärmer war es an Silvester zuletzt 1961.

Auf der Domplatte in Köln herrschte vor einer Konzertbühne der Polizei zufolge eine entspannte Atmosphäre. Beim Jahreswechsel vor zwei Jahren waren am Kölner Hauptbahnhof viele Frauen sexuell bedrängt und beraubt worden, die Vorkommnisse machten weltweit Schlagzeilen. Diesmal gab es in Nordrhein-Westfalen laut Polizei kaum Probleme mit großen Gruppen junger Männer.

In ganz NRW seien in der Silvesternacht 16 Straftaten angezeigt worden, die aus Gruppen von mindestens drei Personen heraus verübt wurden, wie das Amt für Zentrale Polizeiliche Dienste mitteilte. Im vergangenen Jahr gab es noch 38 solcher Delikte. Insgesamt habe die Polizei in NRW 41 (Vorjahr: 25) Anzeigen wegen Sexualdelikten aufgenommen - darunter aber auch sexuelle Beleidigungen.

Bei der großen Silvesterparty auf der Festmeile am Brandenburger Tor gab es nach Polizeiangaben 13 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe. Sieben Verdächtige seien in Gewahrsam genommen worden. Erstmals gab es auf der Festmeile ein Zelt für Frauen, die sexuell belästigt wurden, mit geschulten Helfern des Roten Kreuzes. In München sei „gar nichts“ Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Die Erfahrung zeige aber, „dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird“.

Ein zwölfjähriges Mädchen in Salzgitter wurde in der Silvesternacht angeschossen - die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen drei Verdächtige. „Die Hintergründe der Tat sind noch unklar“, sagte ein Polizeisprecher.

Ein unbekannter Autofahrer soll am frühen Neujahrsmorgen in der Düsseldorfer Innenstadt versucht haben, drei Türsteher einer Diskothek gezielt zu überfahren. Ein Mann wurde von dem Auto erfasst und schwer verletzt. Er war zeitweise in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der Autofahrer floh. Die Polizei ermittelt im Fall eines versuchten Tötungsdelikts.

Als eines der ersten Babys des neuen Jahres in Deutschland kam der kleine Alvin Karl in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern zur Welt. Sieben Minuten nach Mitternacht wurde der 3950 Gramm schwere und 54 Zentimeter große Junge geboren, wie Hebamme sagte. Die 36-jährige Mutter und ihr Sohn seien beide gesund und wohlauf.

Schon Stunden vor den Feiern in Deutschland hatte das Jahr 2018 in vielen Teilen der Welt bereits begonnen. Zuerst war es im Pazifik um 11.00 Uhr MEZ so weit, später begrüßte Australien mit einem spektakulären Feuerwerk in Regenbogenfarben in Sydney das neue Jahr. Damit wurde der Beschluss Australiens für die Ehe von Schwulen und von Lesben gefeiert. Etwa 1,6 Millionen Menschen hatten sich in der Hafengegend an der Harbour Bridge versammelt.

In Paris feierten die Menschen mit einem Feuerwerk an den Champs-Élysées. Am Triumphbogen am Ende der Prachtstraße stieg ein kurzes Pyrotechnik-Spektakel in den Himmel. Ansonsten waren Raketen und Böller in der „Stadt der Lichter“ an Silvester aber verboten.

US-Popsängerin Mariah Carey machte ihren Patzer vom vergangenen Silvester wett und legte am New Yorker Times Square einen perfekten Auftritt hin. Rund 20 Minuten vor Mitternacht sang die 47-Jährige ein Medley ihrer Hits, darunter „Hero“ und „Vision of Love“. Im Vorjahr hatte es peinliche Minuten gegeben, als Careys Musik zwar zu hören war, während sie teils stumm auf der Bühne stand.

Unter dem Motto „Abraço“ („Umarmung“) begrüßte Rio de Janeiro das neue Jahr. Ein exakt 17 Minuten langes Feuerwerk erleuchtete die Copacabana-Bucht der brasilianischen Metropole. Schätzungsweise rund zwei Millionen Menschen feierten mit - viele von ihnen gingen traditionell ganz in Weiß zum berühmten Stadtstrand.

Ungewöhnlich ging es in der Antarktis zu: Etwa 50 Männer und Frauen in der Polarforschungsstation Neumayer III haben im Keller gegrillt, auf Bierbänken gespeist und das neue Jahr auf dem Dach begrüßt - ohne Feuerwerk. „Das ist verboten. Es wäre auch unnötig gewesen, weil es hier zurzeit immer taghell ist“, sagte Daniel Schubert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen.

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