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Fußball zu neunt? Werner sagen "Nein Danke!"

WERNE Der demografische Wandel macht auch vor König Fußball nicht halt. Daher schlägt der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, auf dem heute beginnenden DFB-Bundestag eine Reform vor, die sich auf die unteren Spielklassen womöglich in grundlegendem Maße auswirken könnte.

von Von Dominik Gumprich

, 24.10.2007

"Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, sollten wir zumindest in den Kreisligen A bis C die Spielerstärke reduzieren und neun gegen neun spielen", äußerte sich der stärkste Mann des größten Sportverbandes der Welt im März dieses Jahres. Jetzt soll auf dem DFB-Bundestag über einen an diese Überlegungen angelehnten Antrag entschieden werden, der den Verbänden erlaubt, flexible Mannschaftsstärken zwischen mindestens sieben und höchstens elf Spielern in ihren Ligen zuzulassen.

"So etwas hat mit Fußball nichts mehr zu tun"

Die heimischen Kreisliga-A-Trainer sprechen sich unisono gegen diese "Radikalkur" aus. "Es sollte wie bisher elf gegen elf gespielt werden. Warum sollte man das ändern?", fragt sich VfL Werne-Coach Heiko Schelle. Drastischer formuliert es der Trainer vom Werner SC. Laut Norbert Runge hat "so etwas mit Fußball nichts mehr zu tun."

SV Stockums Trainer Michael Wierling sagt mit einem zwinkernden Auge: "Aufgrund unserer momentanen Personalnot wäre ich auf jeden Fall dafür." Aber auch er räumt der Reform keine Zukunft ein: "Solche Sachen gehen einen Schritt zu weit. Zu viele Dinge müssten geändert werden." Weiter stellt Wierling die Fragen in den Raum: "Bleibt die Abseitsregel erhalten? Wird das Spielfeld verkleinert? Mit solchen Gedanken kann ich mich nicht anfreunden. Die Grundsätze im Fußball sollte man nicht ändern."

Auch in Herbern findet Dr. Theo Zwanzigers Vorschlag keine Befürworter. "Es gibt nun einmal bestimmte Urformen im Fußball wie die Ecke, das Abseits und eben das elf gegen elf. Da will ich auf keinen Fall dran rütteln", stellt SV Herberns Reserve-Trainer Hartmut Wenzel klar.

Seit 1991 ist die Anzahl der Vereinsmannschaften von 69214 auf 62768 gesunken. Doch das Argument des demografischen Wandels schmettert Wenzel ebenfalls ab: "Wenn die Vereine weniger Spieler haben, dann müssen sie eben fusionieren."

Auch TuS Aschebergs Coach Ivo Kolobaric bezweifelt die Pläne: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das durchgesetzt wird." Allerdings käme ihm und dem TuS Ascheberg das Modell sehr gelegen: "Ich trainiere im Moment sowieso nur mit neun Spielern und ab der 60. Minute stehen wir oft nur noch mit neun Mann auf dem Feld", spielt Kolobaric auf die vielen Ausfälle in seiner Mannschaft an.

     

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