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Gautier Capuçons „Intuition“ - eine Autobiografie

Berlin. „Intuition“, das Album mit Kabinettstückchen fürs Kammerorchester, ist ein Teil der musikalischen Lebensgeschichte des charismatischen Cellisten Gautier Capuçon, und erzählt viel, ganz ohne Worte.

Gautier Capuçons „Intuition“ - eine Autobiografie

Magisch: Der französische Cellist Gautier Capuçon. Foto: Robert Ghement

Der Cellist Gautier Capuçon legt mit „Intuition“ ein sehr persönliches Album vor. Das „Instrument des Jahres 2018“ begleitet ihn seit seinem ersten Unterricht als Fünfjähriger. Womit könnte er seinen Lebensweg also besser beschreiben, als mit Stücken, die ihn prägten und berühren.

Die scheinbar kleinen Stücke des Albums haben eine große Bedeutung für den Franzosen. Jedes Piece bedient eine ganz spezielle Facette des Violoncellos: wie es mit Inbrunst weint, klagt, tanzt und singt ist ein Anklang an die Eingebung, die Capuçon stets leitete: „Ohne mein Cello keine Intuition!„.

Der 36 Jahre alte, smarte Konzert- und Kammermusiker ist ein Mann der Musik liebt und lebt, und dem es wie nur wenigen gelingt Raffinesse und Leichtigkeit in seinem Spiel zu vereinen und es versteht sich zu inszenieren.

Bei dem 15 gut zugängliche Stücke umfassenden Lebenslauf hat der charmante Cellist auf eine chronologische Verkettung verzichtet und vertraut auf den natürlichen Rhythmus, dem das Album folgt - intuitiv: Der gefühlvolle Einstieg mit der „Méditation de Thaïs“ ist eine Erinnerung an seine Großmutter, die das Stück so sehr liebte.

Das erste Werk, das Capuçon öffentlich spielte ist „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns: „Eine Erinnerung an meine Kindheit in Savoyen“. Er hat es farbig für Streicher, Harfe und Cello arrangiert. Reminiszenzen an die Studienzeiten in Paris und Wien sind die kleinformatigen ausdrucksstarken Meisterwerke von Dvorák, Rachmaninoff, Elgar, Joplin und Tschaikowsky.

Der „Elfentanz“ von David Popper wiederum ist ein klangschönes Stück, das man in der gezeigten Virtuosität erst als fortgeschrittener Cellist beherrscht. Weitere dem Franzosen bedeutsame Kompositionen seines Lebensweges folgen: Ein Arrangement von Pablo Casals, Paganini-Variationen über ein Thema von Rossini, Faurés „Après un reve“.

Für die Gegenwart steht dann „Violoncelles, vibrez!“ von Giovanni Sollima und „Encore“, ein oppulentes Duett mit einem Piano von Jérôme Ducros, der auf dem Album sowohl als Komponist als auch als versierter Klavierbegleiter zeichnet. Durchaus grandios wird „Intuition“ mit Astor Piazzollas „Le grand tango“ abgeschlossen.

Für die Werke mit Orchester wird Capuçon hochmusikalisch unterstützt vom Orchestre de Chambre de Paris unter Douglas Boyd. Die zugehörige DVD gibt einen Einblick zur Arbeitsweise des Cellisten - die Entstehung der Aufnahme von „Der Schwan“ - und zeigt ihn beim Musizieren. Gegeben wird neben „Méditation de Thaïs“ ein Auszug der Einspielungen zu „Intuition“.

Gautier Capuçon auf Tour: 08.04. NDR-Sendesaal Hannover, 09.04. Tonhalle Düsseldorf, 10.04. Konzerthaus Berlin, 11.04. Stadthalle Braunschweig, 16.04. Elbphilharmonie Hamburg, 17.04. Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld und 21.04. Alte Oper Frankfurt

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