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Gerd Stöwer: Planen für die Zukunft

GREVEN Das Wachstum stagniert, die Konkurrenz steigt - dennoch gibt sich Flughafen-Chef Gerd Stöwer optimistisch. Mit ihm sprach Redakteur Peter Henrichmann über die Situation und Perspektiven am FMO.

Gerd Stöwer: Planen für die Zukunft

Trotz geringeren Wachstums sieht FMO-Chef Gerd Stöwer den Flughafen Münster/Osnabrück nicht in einer Krise.

Der FMO steckt in der Krise. Oder? Stöwer: Wo sehen Sie die Krise? Der FMO ist ein gesundes Unternehmen, das sichere Arbeitsplätze bietet. Trotz des harten Wettbewerbes konnten wir unser Fluggastvolumen nicht nur halten, sondern leicht erhöhen. Der Flugplan konnte optimiert werden. Unsere Fluggäste schätzen den FMO mit dem vielfältigen Angebot aus Linie, Ferienflügen und dem immer größeren Angebot an Low-Cost-Flügen. Die Eigentümer mussten seit 1998 keinen Cent an Verlusten übernehmen und stehen voll hinter dem FMO. Für mich klingt das nicht nach Krise.

Die geschäftliche Strategie des FMO unterscheidet sich deutlich von anderen Flughäfen. Billigflieger (Ryanair, easyJet, germanwings) werden bewusst nicht nach Greven geholt. Ist das zukunftsfest? Stöwer: Unsere Geschäftspolitik ist vergleichbar mit der großen Mehrheit der deutschen Verkehrsflughäfen. Auch wir wollen Wachstum, neue Airlines und neue Strecken. Im Vergleich zu unserem direkten Wettbewerber im Süden können wir uns nur kein Wachstum um jeden Preis leisten. Ryanair und easyJet sind Airlines, die wir sehr gerne mit offenen Armen empfangen würden, allerdings nicht in der Form, dass wir unsere Leistungen für 80  Prozent unter den Kosten anbieten. Im Gegensatz zu Dortmund habe ich keine Gesellschafter, die bereit sind, jährlich Subventionsbeträge zwischen 20 und 30 Millionen Euro  zu zahlen, um Fluggesellschaften einzukaufen. Unsere Billigflieger heißen Air Berlin und TUIfly. Es können 38 Ziele zu Low-Cost-Tarifen, 13 nonstop erreicht werden.

Kein Imageschaden

Dortmund, Bremen, Hannover: Low Cost lässt die Passagierzahlen explodieren, macht die Flughäfen bekannter und populärer. Der FMO wächst sehr langsam. Entsteht so ein Imageschaden? Stöwer: In der Tat hatten wir in den vergangenen Jahren ein kleineres Wachstum als Flughäfen wie Dortmund, die sich Verkehre einkaufen können. Einen Imageschaden sehe ich überhaupt nicht. Unsere Region weiß, dass sie mit dem FMO einen Flughafen hat, der das gesamte Angebotsspektrum abdeckt. Für uns ist die Tatsache, dass man vom FMO – im Gegensatz zu Dortmund – mit der Lufthansa in das Drehkreuz Frankfurt fliegen kann und mit einem Umstieg fast jedes Ziel der Erde erreicht, ebenso wichtig, wie der Ausbau der Low-Cost-Nonstop-Strecken.

Wenn das – wirtschaftlich betrachtet erfolgreiche – FMO-Geschäftsmodell fortgesetzt wird, wie soll das neue Terminal genutzt werden? Stöwer: Das Terminal wird bereits umfassend genutzt. Die Reisebüro- und Ticketschalter, aber auch die Ladenlokale sind vermietet und in den Spitzenzeiten ist das Gebäude, obwohl es bewusst für die mittelfristige Zukunft ausgelegt wurde, gut ausgelastet. Unser Geschäft ist nun mal von starken Spitzen und Tälern geprägt und das an 24 Stunden am Tag.

Mittel- und Langstrecken

Dubai oder Asien, Ziele in diesen Regionen können nach dem Ausbau der Startbahn erreicht werden. Welche Erwartungen haben Sie? Stöwer: Neueste Prognosen zeigen, dass man bis 2025 eine Verdoppelung des Luftverkehrs in Deutschland erwartet. Da die großen Flughäfen bald wieder an ihre Grenzen stoßen werden, wird es mittel- bis langfristig auch beim weiten Mittelstrecken- und vor allem im touristischen Langstreckenverkehr eine Entwicklung in Richtung der kleineren Flughäfen geben. Darauf bereiten wir uns vor. Gute Flughafenplaner müssen sich vom Status quo lösen und mindestens 15 Jahre in die Zukunft schauen.

Sie haben nie Zweifel daran gelassen, dass Luftfracht interessant ist. Gibt es realistische Ansätze? Stöwer: Es stimmt, der FMO hat auch für Luftfracht hervorragende Voraussetzungen. Aktuell gibt es keine Entwicklungen, da die großen Luftfrachtcarrier wie UPS, DHL, FedEx etc. gut untergebracht sind. Aber auch hier planen wir für die Zukunft.

 

 

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