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Gerüchte um Karmann-Übernahme

OSNABRÜCK/RHEINE Um die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Karmann gibt es neue Spekulationen. Am Wochenende dementierten Karmann und VW einen „Focus“-Bericht, wonach der Wolfsburger Konzern die Osnabrücker Firma übernehmen wolle.

Gerüchte um Karmann-Übernahme

Der Karmann Ghia Typ 14: Markenzeichen der Firma.

„Es gibt keinerlei Pläne das zu tun“, sagte VW-Sprecher Andreas Meurer der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch Karmann-Sprecher Christian Eick wies die angeblichen Übernahmepläne zurück: „Diese Meldung ist reine Spekulation. Wir besinnen uns auf unsere eigene Stärke.“ Der Osnabrücker Fahrzeugbauer hatte am vergangenen Montag den Abbau von 1770 Stellen an seinen Standorten Osnabrück und Rheine angekündigt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 7000 Menschen. „Focus“ zufolge prüft VW eine komplette Übernahme des angeschlagenen Cabriobauers. Es habe bereits erste Gespräche zwischen VW und Karmann gegeben, schreibt das Magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Von dem anvisierten Deal verspricht sich VW-Chef Martin Winterkorn laut „Focus“ offenbar zu einem günstigen Preis eine weitere Produktionsstätte mit hoch qualifizierten Fachkräften. Winterkorn will mit weiteren Modellen Branchenprimus Toyota angreifen.Karmann verhandelt über neue Aufträge Zur Zeit verhandelt Karmann mit verschiedenen Autoherstellern über neue Aufträge. Selbst wenn diese Verhandlungen positiv ausgehen, könnte die Firma nach einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ seine Cabrio-Fertigung 2009 einstellen. Karmann-Chef Peter Harbig sagte im Interview dem Magazin: „Selbst, wenn wir jetzt einen Auftrag für ein Gesamtfahrzeug erhalten, brauchen wir von Entwicklungsbeginn bis Produktionsanlauf zwei Jahre. Wir haben aber nur noch bis 2008 Aufträge, also hätten wir schon ein Jahr Leerlauf im Werk.“       Außerdem rechnet Harbig laut „WirtschaftsWoche“ langfristig nicht damit, dass die Produktion von markenunabhängigen Automobilherstellern noch einmal das Niveau früherer Zeiten erreicht. Aufgrund von verbesserten Produktionssystemen könnten Autohersteller auch Nischenmodelle inzwischen besser in Eigenregie fertigen. „Wir werden deshalb vermutlich auch bei weitem nicht mehr die Volumina sehen, die wir mal gesehen haben. Selbst größere Aufträge dürften bei kaum mehr als 10000 bis 15000 Einheiten liegen.“ Unternehmen zieht ganz neues Geschäftsfeld in Betracht Neben der Dachfertigung und Entwicklung erwägt Karmann, in ein neues Geschäftsfeld einzusteigen. „Wir denken über alternative Antriebe nach. Es gibt da durchaus Bereiche, die bei den Herstellern noch etwas zäh laufen und wo sie unsere Unterstützung gebrauchen könnten. Das könnte zum Beispiel bei der Elektrifizierung des Antriebs sein“, sagte Harbig. Karmann baut neben Komplettfahrzeugen wie etwa Chrysler Crossfire oder Mercedes CLK im Auftrag der Markenhersteller vor allem auch Dachsysteme für Cabrios, betreibt eine Betriebsmittelfertigung und unterhält eine große Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Der Arbeitsplatzabbau betrifft nur den Fahrzeugbau, wo Karmann seit Jahren unter Auftragsmangel leidet.  

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