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Gesetz fordert barrierefreie Bushaltestellen

Barrierefreiheit in Nordkirchen

Die Gemeinde Nordkirchen muss bis zum Jahr 2022 alle Bushaltestellen barrierefrei gestalten. So steht es im Gesetz. Eine vollständige Barrierefreiheit ist aber meist nur schwer umsetzbar.

Nordkirchen

, 22.03.2018
Gesetz fordert barrierefreie Bushaltestellen

Viele Haltestellen in Nordkirchen sind „barrierefrei“ – der Höhenunterschied zwischen Bordstein und Bus bleibt aber ein Problem für Rollstühle oder Kinderwagen.

Für die meisten Verkehrsteilnehmer ist es ein Leichtes, sich im täglichen Straßenverkehr fortzubewegen. Der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder für alle anderen Erledigungen ist unkompliziert, wenn man das Auto nutzen kann. Diesen Luxus können sich nicht alle Menschen leisten – manche steigen auch aus ökologischen Gründen auf Bahnen oder Busse um. Vor allem für älteren Nordkirchener mit Rollator, Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer kann eine Fahrt zum Problem werden.

Dieses Problem soll ein Gesetz aus dem Weg räumen: das Personenbeförderungsgesetzt (PBefG). Darin heißt es nämlich, dass bis zum Jahr 2022 alle Haltestellen in einer Stadt oder Gemeinde barrierefrei sein sollen. Barrierefrei bedeutet, dass alle Menschen ohne Probleme in die Busse ein- und aussteigen können – die Gemeinde Nordkirchen muss in Zukunft nachrüsten. „Die Gemeinde Nordkirchen hat das Ziel, sukzessive Haltestellen barrierefrei zu gestalten“, sagt Anne Büscher, Pressesprecherin der Gemeinde. In den vergangenen Jahren seien bereits einige Haltestellen umgebaut worden: Mit Hochbord – also erhöhtem Bordstein – und taktilen Elementen im Boden (Rillensteinen, die sehbehinderte Menschen zum vorderen Buseinstieg leiten).

In allen drei Ortsteilen wurden zentrale Haltestellen bereits umgebaut, teilt die Gemeinde mit. Darunter an der Schloßstraße und an der Gesamtschule in Nordkirchen, an der Oberstraße in Südkirchen sowie an der Capeller Dorfstraße und am Bahnhof.

Vollständig barrierefrei?

Barrierefreiheit hilft nicht nur gebrechlichen Menschen. Viele Mütter und Väter wissen, wie es ist, mit Kinderwagen und einem weiteren kleinen Kind an der Hand Bus oder Bahn zu fahren.

Ermöglicht das Hochbord also automatisch einen barrierefreien Einstieg? Nein, „hier gilt es lediglich, den Höhenunterschied anzugleichen“, so Anne Büscher. Zudem bleibt der Spalt zwischen Bus und Bordstein, da kaum ein Fahrer seinen Bus millimetergenau an den Bordstein manövrieren kann. Mit dem Kinderwagen ist das machbar, mit dem Rollstuhl fast unmöglich.

„Ideal wäre selbstverständlich, wenn alle Haltestellen barrierefrei wären. Realistischer ist aber leider, dass es immer Haltestellen geben wird, die nicht umgebaut werden können“, erklärt Büscher. Das sei zum einen eine Kostenfrage. Abgelegene Bushaltestellen in den Bauerschaften seien außerdem nur wenig frequentiert und somit werde deren Umbau erst einmal hinten angestellt.

Für 2018 plant die Gemeinde Nordkirchen den Umbau der Haltestellen Lüdinghauser Straße/Rosenstraße in beide Richtungen. Der Umbau ist mit 70.000 Euro Gesamtkosten veranschlagt. Hierfür seien vom Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) aber Fördergelder in Höhe von genehmigt.

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