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Gewerkschaften warnen: „Zersplitterung schadet“

BERLIN Der Bahnstreik treibt weitere blüten. Jetzt schlagen die Gewerkschaften grundsätzlichen Alarm. Das Urteil der Nürnberger Arbeitsrichterin sei ein Frontalangriff auf das Streikrecht. „Hände weg vom Streikrecht!“, warnt Michael Sommer, Chef des mächtigen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

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Gewerkschaften warnen: „Zersplitterung schadet“

Verdi-Chef Frank Bsirske fürchtet schon britische Verhältnisse. Auf der Insel spielen Gewerkschaften heute nur eine untergeordnete Rolle.

„Wir werden das verfassungsrechtlich garantierte Streikrecht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen jeden verteidigen, der es einschränken will“, zeigt er sich kämpferisch und erteilt Forderungen aus dem Arbeitgeberlager nach Einschränkungen oder Neujustierungen der gesetzlichen Grundlagen für Arbeitskämpfe eine deutliche Absage.

„Eine solche Entscheidung unterhöhlt das Streikrecht in Deutschland“, kritisiert auch IG Metall-Chef Jürgen Peters das richterliche Streikverbot im Konflikt der Lokführergewerkschaft mit der Deutschen Bahn. Dass das Arbeitsgericht den Streik mit der Begründung untersagt hat, der drohende wirtschaftliche Schaden wäre unverhältnismäßig, empört die Gewerkschaftsspitzen besonders. „Ein Streik, der keinen wirtschaftlichen Druck ausübt, ist kein Streik, sondern kollektives Betteln“, nennt Peters das Nürnberger Urteil „absurd“.

Warnung - bei aller Sympathie für die Lokführer

Enger Schulterschluss bei den Gewerkschaften – auch Verdi und der Beamtenbund verurteilen die Entscheidung des Arbeitsgerichts als „Angriff auf das Streikrecht“. Doch bei aller Sympathie und Unterstützung für die Forderung der Lokführer nach mehr Lohn – Verdi-Chef Frank Bsirske warnt auch vor einer grundlegenden Veränderung der Gewerkschaftslandschaft: „Zersplitterung schadet“, hält der Vorsitzende des Gewerkschaftsriesen nicht viel vom Herausbrechen einzelner Tarifgruppen und einer möglichen Gründung von immer neuen kleinen Gewerkschaften.

Bsirske fürchtet bereits britische Verhältnisse auch in Deutschland. Das Beispiel auf der Insel in den sechziger und siebziger Jahren sei eher eine Mahnung. So spielen heute in Großbritannien die Gewerkschaften nur noch eine deutlich geringere Rolle.

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