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Gordischer Schul-Knoten

NORDKIRCHEN Im September berichteten wir über das Schicksal von Emre und Ümmit. Die Jungen aus Selm sind behindert und würden gern die nahe Kolbe-Schule in Nordkirchen besuchen. Doch dies ist bislang nicht möglich, weil Nordkirchen im Kreis Coesfeld liegt, Selm aber im Kreis Unna. Hubert Hüppe (MdB) will daran nun etwas ändern.

von Von Kevin Kohues

, 06.12.2007

Denn die Konsequenz: Ümmit muss jeden Tag zur Christy-Brown-Schule nach Herten fahren - 50 Kilometer hin, 50 Kilometer zurück. Ein Weg dauert 70 Minuten. Dem jüngeren Emre, der zurzeit den Heilpädagogischen Kindergarten in Nordkirchen besucht und im nächsten Jahr schulpflichtig wird, droht das gleiche. MdB Hubert Hüppe, Abgeordneter des Wahlkreises Unna I und Behindertenbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nahm sich dieses Problems vor einiger Zeit an. Jetzt brachte er gemeinsam mit seinem Bundestagskollegen Karl Schiewerling (CDU, Kreise Coesfeld und Steinfurt) am Donnerstag Vertreter der beteiligten Kreise sowie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in der Kolbe-Schule an einen Tisch, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

"Geräuschlos helfen"

Karl Schiewerling: "Unser Anliegen ist es, die Kollegen im Landtag zu animieren, den betroffenen Menschen möglichst geräuschlos zu helfen und eine auf Dauer tragfähige Lösung zu finden." In Sicht ist diese freilich noch nicht. Das Problem liegt im finanziellen Bereich. Unterschiedliche Kreise bedeuten unterschiedliche Kostenträger. Wer die Kosten für die Beförderung und Beschulung der Kinder übernimmt, die eine Schule in einem anderen Kreis besuchen, ist noch unklar.

Umzug nicht die Lösung

Andere Eltern aus Selm lösten das Problem bereits auf ihre Art, zogen nach Olfen in den Kreis Coesfeld. Ein Umzug - wohl kaum die Optimallösung. Die andere Alternative, die Kinder nach Nordkirchen ins Heim zu schicken, ist ebenfalls nicht ideal und zudem sehr teuer. Da die Schulpolitik Sache des Landes ist, verständigte sich die Runde in der Kolbe-Schule darauf, noch einmal an die Landtagsabgeordneten zu appellieren. Hubert Hüppe: "Das Durcheinander zwischen den Kostenträgern muss aufhören. Wir suchen nach einer Lösung, die zum Wohl der Kinder ausfällt."

Und Karl Schiewerling ergänzt: "Wir versuchen, den gordischen Knoten der Beschulung dieser Kinder zu durchbrechen." Damit möglicherweise bald auch Emre und Ümmit eine anstrengende und zeitintensive Schulfahrt in eine 50 Kilometer entfernte Stadt erspart werden kann.

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