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Aktienmärkte

Griechenland-Krise lässt Kurse weltweit einbrechen

Frankfurt/London Griechenlands Regierungschef Papandreou hat mit seinen Plänen für ein Referendum über die Sparauflagen Athens die Märkte weltweit abstürzen lassen. Allein der Dax verlor zwischenzeitlich mehr als 6 Prozent. Auch der Euro ist auf Talfahrt. Die große Nervosität ist wieder da.

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Griechenland-Krise lässt Kurse weltweit einbrechen

Die eskalierende Griechenland-Krise und die Angst um die Eurozone haben die Märkte weltweit schwer erschüttert: Aktienkurse stürzten ab, auch der Euro geriet massiv unter Druck. An der Frankfurter Börse rauschte der deutsche Leitindex Dax zwischenzeitlich um mehr als 6 Prozent in den Keller. Am Nachmittag lag das Börsenbarometer noch rund 4 Prozent im Minus bei rund 5900 Punkten, nachdem die Nachricht von einem weiteren Griechenland-Krisengipfel am Mittwoch in Cannes die Runde gemacht hatte.

Zuvor hatte der Dax angesichts der Griechenland-Unsicherheit den größten Kursrutsch seit dem „Schwarzen Donnerstag“ am 18. August verzeichnet, ehe er die Verluste etwas eindämmte. Am heftigsten traf es Bankaktien. Marktteilnehmer verwiesen unisono auf die jüngsten Nachrichten aus Athen: Dort hat der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou ein Referendum zu den neuen Hilfszusagen der internationalen Geldgeber angekündigt. Eine Ablehnung der Hilfen seitens Griechenland wäre aus Sicht der Bremer Landesbank „Selbstmord“. Anlagestratege Bernhard Langer von Invesco nannte den Vorschlag Papandreous, das Volk zu befragen, hingegen „gut und absolut demokratisch“. Bankaktien gehörten zu den größten Verlierern europaweit. Deutsche Bank, Commerzbank und Aareal Bank rutschten deutlich ab. Börsianer sprachen von einer wieder deutlich verstärkten Unsicherheit um die Eurozone. Hinzu kommen schlechter als erwartete Zahlen der Credit Suisse aus der Schweiz. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks brach um 7,03 Prozent ein, der Versicherer-Sektorindex musste sogar einen Abschlag von 7,27 Prozent hinnehmen.

Mit der Sorge um die Entwicklungen in der Eurozone eröffnete die New Yorker Wall Street ebenfalls im Minus und knüpfte damit an ihre Vortagesverluste an. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 1,78 Prozent auf 11 742,16 Punkte und weitete damit sein Vortagesminus von etwas mehr als 2 Prozent aus. Kräftig nach unten ging es auch für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Er verlor bis zum Mittag mehr als 4 Prozent. An der Pariser Börse fiel der CAC 40 fiel ebenfalls um mehr 4 Prozent, der Londoner FTSE 100 gab um knapp 3 Prozent nach. Finanzwerte und Autohersteller gehörten im sehr schwachen Marktumfeld zu den größten Verlierern. Auch am asiatischen Aktienmarkt gingen die Kurse nach unten: Die Börse in Tokio schloss mit einem Minus von 1,7 Prozent.

Angesichts der wieder aufflammenden Sorgen um Athen rutschte der Euro unter die Marke von 1,37 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs der Gemeinschaftswährung auf 1,3627 (Montag: 1,4001) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7338 (0,7142) Euro. Die eskalierende Griechenland-Krise versetzte auch das Euro-Sorgenkind Italien wieder in Alarmstimmung. Nach der Ankündigung des Referendums in Athen stieg der Risikoaufschlag für Staatsanleihen des ebenfalls hoch verschuldeten Italien auf einen Rekordstand. Der Aufschlag richtungsweisender zehnjähriger italienischer Staatspapiere zu deutschen Titeln kletterte im Vormittagshandel auf bis zu 4,34 Prozentpunkte. Er lag damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro an den Finanzmärkten im Jahr 1999.

Regierungschef Silvio Berlusconi versprach daraufhin erneut schnelles Handeln. Rom werde die in Brüssel versprochenen Maßnahmen „mit der Entschlossenheit, Strenge und Schnelligkeit durchsetzen, die die Situation verlangt“, teilte der italienische Regierungschef mit.

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