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Widersprüche und Krankmeldung

Gutachter im Höxter Horrorhaus-Prozess freigestellt

Paderborn Ein Sachverständiger im Horrorhaus-Prozess von Höxter verstrickte sich immer wieder in Widersprüchen. Dann meldete er sich krank. Jetzt hat das Landgericht Paderborn einen Gutachter-Wechsel verkündet.

Gutachter im Höxter Horrorhaus-Prozess freigestellt

Der ehemalige psychiatrische Gutachter Michael Osterheider (l) und die forensische Psychiaterin und Gutachterin Nahlah Saimeh Mitte November im Schwurgerichtssaal vom Landgericht Paderborn. Foto: dpa

Im Mordprozess um das sogenannte Horror-Haus von Höxter hat das Landgericht Paderborn den Sachverständigen Michael Osterheider von seiner Aufgabe entbunden. Der Professor der Uni Regensburg hatte sich bei seiner Aussage als Zeuge Mitte November in Widersprüche verwickelt und sich anschließend krank gemeldet. Aus gesundheitlichen Gründen und nach Vorlage eines Attests einer Regensburger Klinik hat das Gericht am Dienstag einen Gutachterwechsel verkündet.

Paderborn Das Landgericht Paderborn steckt im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter in der Klemme. Nach über einem Jahr mit 35 Verhandlungstagen steht einer der beiden Gutachter vor dem Aus - und das kurz vor Prozessende. Der Gutachter soll die Befragungen des Angeklagten eines seiner Mitarbeiter als seine eigenen ausgegeben haben.mehr...

Neue Sachverständige soll Horrorhaus-Paar begutachten

Die Sachverständige Nahlah Saimeh, Ärztliche Direktorin der Gerichtspsychiatrie in Lippstadt-Eickelborn, soll nicht nur die Angeklagte Angelika W., sondern zusätzlich jetzt auch ihren Ex-Mann Wilfried W. begutachten. Sie traf sich zu einem ersten Treffen mit dem Angeklagten nach der mündlichen Verhandlung am Dienstag. Anschließend äußerte sich sein Anwalt positiv zu der Entscheidung des Gerichts.

Der 47-jährige Wilfried W. und seine 48-jährige Ex-Frau Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Mehrere Jahre lang soll das Paar Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

PADERBORN Im Prozess um das „Horrorhaus“ geriet der Psychiater mächtig unter Druck - noch bevor es überhaupt um sein Gutachten geht. Zuvor hatte der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt.mehr...

Ein Urteil im Horrorhaus-Prozess erst im Februar 2018 erwartet

Saimeh hatte vor Gericht Bedenken zerstreut, dass sie nach einem Jahr als Gutachterin für Angelika W. den Angeklagten nicht objektiv beurteilen könne. Den Anwälten bot sie an, ausnahmsweise bei ausgewählten Gesprächen mit Wilfried W. dabei zu sein. „Das ist dann für alle transparent und fair“, sagte Saimeh im Prozess.

Der Experten-Wechsel wird das Prozessende nach 36 Verhandlungstagen um weitere Monate nach hinten verschieben. Ein Urteil wird erst im Frühjahr 2018 erwartet. Der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus hat seinen Ruhestand vorsorglich verschoben. „Eigentlich wäre für mich Ende Mai Schluss“, sagte der 65-Jährige. Falls es doch schneller geht, könne er seinen Antrag aber jederzeit zurückziehen. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

dpa

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