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Händler befürchten das Aus

SÜDKIRCHEN Sein oder nicht sein? Diese existenzielle Frage stellen sich in Südkirchen zumindest die Gewerbetreibenden, die von einer Ansiedlung eines K & K-Marktes unmittelbar betroffen wären.

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Vater und Sohn Ulrich Angelkort.

Bernd Kallwey, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei.

Frank Wortmann, Inhaber des Lebensmittelgeschäftes.

Die Frage nach dem Sein lässt sich laut Fleischermeister Ulrich Angelkort sen. auch weniger philosophisch stellen: "Muss das überhaupt sein?" Er meint: "Nein." Die Grundversorgung im Dorf sei durch die vorhandenen Geschäfte gesichert. "Ältere Leute, die kein Auto haben, werden auch aus einem neuen Supermarkt nicht ihre Tüten nach Hause schleppen können. Dann müsste der Markt schon mitten im Ort stehen. Das Argument 'Versorgung für alle' passt also nicht", so Angelkort.

Dörflicher Charakter erhalten

Mit einem Supermarkt würde der dörfliche Charakter Südkirchens weiter stark leiden: "Wir haben jetzt schon großen Leerstand. Soll noch mehr kommen?" Auch er müsse sich im Falle des Falles überlegen, ob Angelkort den Direktverkauf am Stammhaus in der Oberstraße nicht besser schließe. "Es wäre traurig, wenn wir ausgerechnet aus dem Stammhaus heraus nicht mehr verkaufen würden. Aber wenn hier die Hälfte des Umsatzes fehlt, ist das Geschäft aus kaufmännischer Sicht nicht mehr rentabel. "

Ähnlich wie Angelkort steht Bernd Kallwey, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei, zum geplanten Supermarkt: "Ich glaube nicht, dass der Bedarf da ist. Die Leute fahren da hin, wo es am billigsten ist. Wie soll in einem kleinen Ort wie Südkirchen ein 850 qm großes Geschäft existieren, wenn die Konkurrenz mit Billigmärkten in den umliegenden Städten und Gemeinden groß ist."

"Auf Dauer ein toter Ort"

Für die kleinen Unternehmen im Ort sei so ein Supermarkt ein schwerer Schlag. "Auf Dauer wird das hier ein toter Ort", befürchtet er. Auch Bernd Kallwey rechnet mit Einbußen, sollte ein Supermarkt samt Back-Shop kommen. Allerdings würde er sein Stammlokal in der Ober-straße nicht schließen: "Wir sind seit knapp 100 Jahren hier. Als reines Prestige-Objekt würde ich es weiter offen halten."

Ganz anders sieht es für Frank Wortmann aus. Der Lebensmittel-Einzelhändler hat den Frischemarkt an der Unterstraße erst letzten November übernommen. "Ich glaube nicht, dass ich mich lange wehren kann, wenn ich so ein dickes Ding hier hingesetzt bekomme", meint Wortmann und zeigt sich "wenig erbaut".

Bevor die Schuldenfalle durch Umsatzeinbußen zuschnappe, müsse man den Absprung schaffen. "Als Nahversorger ist es bis jetzt o.k., auch wenn nicht viel übrig bleibt. Weniger darf es aber nicht werden, sonst steht man nachher da und hat gar nichts mehr."

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Vater und Sohn Ulrich Angelkort.

Bernd Kallwey, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei.

Frank Wortmann, Inhaber des Lebensmittelgeschäftes.

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