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260 Kilo-Kunstwerk „Schwarzes Gold“ hängt im Kubus

Recklinghäuser Tor

DORSTEN Das 260 Kilo-Kunstwerk „Schwarzes Gold“ hängt seit Donnerstag im Kubus am Recklinghäuser Tor. Künstlerin Kirsten Kaiser ist schwer zufrieden: „Wir haben die Dimension gepackt.“

von Von Michael Klein

, 15.04.2010
260 Kilo-Kunstwerk „Schwarzes Gold“ hängt im Kubus

Die Münsteraner Künstlerin Kirsten Kaiser präsentiert den güldenen Hervester Förderturm, der den Kohlebrocken krönen sollte.

Donnerstagmorgen , 11 Uhr: Auf einem Lastwagen liefert die Firma Suden einen 260 Kilogramm-Koloss am Recklinghäuser Tor ab. „Schwarzes Gold“ heißt das Kunstwerk, das Kirsten Kaiser und ihr Künstler-Ehemann Peter in den vergangenen Monaten erschaffen haben. „Erst letzte Nacht sind wir mit dem Brocken fertig geworden“, erzählt die Münsteranerin. Die von Magritte inspirierte Skulptur, die am Samstag um 18 Uhr als offizieller Beitrag des Kunstvereins Virtuell-Visuell für das Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 eröffnet wird, ist von der Mächtigkeit her nicht das gewaltigste Werk, das das Künstler Ehepaar geschaffen hat. Für die Halde Lothringen haben die beiden mal eine tonnenschwere Landmarke konstruiert. „Aber dieser Klops hier ist an die Grenzen des Körperlichen gegangen“, sagt die Künstlerin, die mit der Kohle aufgewachsen ist: „Mein Vater hat ein Bergbau-Ausbildungszentrum geleitet.“

Zwei Jahre hatten die Kaisers die Pläne im Kopf, nachdem sie sich zum ersten Mal die Situation vor Ort angesehen hatten. „Wir wussten zwar nicht, was Dorsten mit diesem Geviert zu tun hat, aber wird sind an dem Kubus hängen geblieben. Das hat man nicht alle Tage“, sagt Kirsten Kaiser. Dann ging es an die Arbeit: 16 Kubikmeter Styropor machten die Ur-Form aus, dann kamen Gipsschalen für die Negativform, versehen mit Fiberglasmatten, „schwarz durchgefärbt, nicht angepinselt“. Dann wurde zwei Tage lang der Gips weggeschlagen und ein Stahlgerüst ins Innere gesetzt: „Das hält jetzt auch kyrillische Stürme aus“, sagt die Künstlerin, als sie verfolgt, wie die Stahlseile im Kubus konfektioniert werden: „Technisch könnte es nun permanent hängen, aber wer will schon immer das Gleiche angucken?“

Ob der güldene Hervester Förderturm wie geplant den Kohlebrocken zieren wird, das war der Künstlerin zunächst nicht klar. „Manchmal ist weniger einfach mehr.“ Schließlich aber doch die Entscheidung, dem Schwarzen Gold, das nachts illuminiert werden wird, die türmende Krone aufzusetzen.