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35-jährige Frau soll Tankstelle überfallen haben

08.10.2007

Haltern / Marl Eine 35-jährige Frau aus Haltern muss sich seit gestern wegen räuberischer Erpressung vor dem Schöffengericht Marl verantworten.

Keine Klärung

Am Ende einer mehrstündigen Hauptverhandlung am Montag stand kein Urteil, Richter Michael Brechler unterbrach das Verfahren zur Einholung weiterer Zeugenaussagen und einem medizinischen Gutachten.

Alles in allem war es ein undurchsichtiger Prozesstag an dem es den Beteiligten nicht gelang, Licht in das Dunkel der Tatnacht zu bringen. Der Angeklagten wird vorgeworfen, im April 2004 die Shell-Tankstelle in Haltern überfallen und 250 Euro sowie mehrere Schachteln Zigaretten erpresst zu haben.

Selbstmordabsicht

In ihrer Einlassung schilderte die psychisch schwer kranke Frau hingegen, dass sie zwei Tage vor dem Tattag erhebliche Mengen Paracetamol-Tabletten in Selbstmordabsicht eingenommen habe. Warum das Schmerzmittel nicht den Tod herbeiführte, kann sich die Angeklagte heute auch nicht mehr erklären, sicher sei aber, dass sie am Tattag zu einem Überfall körperlich gar nicht in der Lage gewesen sei.

Die Anklage stützt sich zum einen auf Augenzeugen, die sich das Kennzeichen eines auffälligen Bullis notierten, der auf die Angeklagte zugelassen ist. Eine Durchsuchung ihrer Wohnung förderte zudem neben verschiedenen Sturmmasken eine Spielzeugpistole ans Tageslicht. Auch der Ex-Mann der Angeklagten belastete sie schwer. Am Abend der Tat sei seine Frau mit viel Geld und Zigarettenschachteln nach Hause gekommen und habe von dem Überfall "regelrecht geschwärmt".

Zu viele Restzweifel

Unter Tränen erinnerte sich die zur Tatzeit anwesende Verkäuferin an den Vorfall in der Tankstelle und erkannte anhand des Gangbildes in der Angeklagten die Täterin.

Für Richter Michael Brechler blieben für einen Schuldspruch trotz allem zu viele Restzweifel. Eine Zeugin hatte nämlich im Bulli nicht die Angeklagte, sondern drei mutmaßlich männliche Personen gesehen. Und auch die Sturmhauben bekamen schließlich einen Sinn: Die Familie fuhr öfters Kart.

Ein Gutachten und weitere Zeugenaussagen sollen nun auch noch diese letzten Zweifel ausräumen und den weiteren Weg der Angeklagten bestimmen. Dieser könnte schlimmstenfalls in einer psychiatrischen Klinik enden. pg

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