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Alexander Lebenstein hinterlässt der Realschule 30.000 Dollar

Scheck aus den USA

HALTERN Alexander Lebenstein vermacht der Realschule 30.000 Dollar. „Es war der liebevollste Wunsch meines Vaters, dass dieses Geld dazu verwendet wird, um die Realschule und ihre gute Arbeit weiterhin zu unterstützen", schreibt Lebensteins Sohn David.

von Von Silvia Wiethoff

, 15.04.2010
Alexander Lebenstein hinterlässt der Realschule 30.000 Dollar

Symbolisch überreichten SV-Lehrer Holger Freitag (l.) und Schulleiter Michael Weiand (r.) am Donnerstag einen Scheck an die SV-Schülervertreter Steffen Gajda (2.v.l.) und Thiemo Koop.

Bis zuletzt wurde Alexander Lebenstein von Albträumen gequält, dennoch hatte er seinen Glauben an die Menschen wiedergefunden. Sein Vermächtnis an die Halterner Realschule, die seinen Namen trägt, zeugt vom Sieg seines Optimismus. Am Dienstag erreichte Schulleiter Michael Weiand ein Scheck aus den USA. Der aus Haltern vertriebene Jude vermacht der Schule 30.000 Dollar.

„Es war der liebevollste Wunsch meines Vaters, dass dieses Geld – das Ergebnis von vielen Stunden des Leidens, des Bluts, des Schweißes und der Tränen – dazu verwendet wird, um die Realschule und ihre gute Arbeit weiterhin zu unterstützen, so dass diejenigen, die ihn überleben, weiterhin damit fortfahren, ihre eigenen, persönlichen Geschichten zu erzählen – und seine Geschichte, um weiterhin Rassismus und Intoleranz auf der ganzen Welt zu bekämpfen“, schreibt Lebensteins Sohn David und würdigt die Verbundenheit des Verstorbenen mit der Halterner Schule, ihrem Rektor und anderen: „Mein Vater hat in Haltern lebenslange Freunde gefunden, nicht nur Sie und Ihr wundervolles Kollegium, aber auch andere berühmte Einwohner... .“

Tag und Nacht hätten seine Eltern in der Lebensmittelindustrie sowie als Metzger in New York gearbeitet, um die Familie mit zwei kleinen Söhnen durchzubringen. Bis 1994 habe sein Vater das Kapitel Deutschland verdrängt. Die Begegnung mit Halterner Realschülern habe schließlich zur Wende geführt. Indem Lebenstein über sein persönliches Schicksal berichtete, fand er seinen eigenen Weg als Überlebender des Holocaust. Diese Reise, mit der Lebenstein vor allem die Lehre von Toleranz und Respekt verband, soll mit seinem Tod nicht zu Ende gehen.