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Amerikaner folgten den Spuren Alexander Lebensteins

Besuch

HALTERN Margret Carden steht am Waggon und weint. Die Erinnerung an Alexander Lebenstein an dieser Stelle – dem Ort gegen das Vergessen – überwältigt sie.

von Von Elisabeth Schrief

, 09.04.2010
Amerikaner folgten den Spuren Alexander Lebensteins

Schüler der Lloyd C. Bird High School aus Chesterfield/USA besuchtendie Geburtstadt von Alexander Lebenstein.

Margret Carden begleitet Schüler und Lehrer der Lloyd Bird High School aus Chesterfield/USA auf ihrer Deutschlandreise. Am Freitag trafen sie mit Schulleiterin Beth N. Teigen in Haltern ein, um den Spuren Alexander Lebensteins nachzugehen. Ausgangspunkt war der Waggon an der Realschule.

Hier empfingen der stellvertretende Schulleiter Franz-Josef Berheide und Bürgermeister Bodo Klimpel sowie Realschüler die Gäste. Holger Freitag und Dr. Robert Seidel führten Schüler, Lehrer und Eltern durch die Wechselausstellung des Waggons, später folgten in Begleitung von Erwin Kirschenbaum eine Rundfahrt mit der Möwe auf dem Stausee und ein Stadtrundgang mit Archivar Gregor Husmann. Alexander Lebenstein wollte die Gruppe ursprünglich begleiten, um sie durch seine Heimatstadt zu führen. Am 27. Januar jedoch starb er nach schwerer Krankheit, die Gedanken der amerikanischen Gruppe wanderten gestern immer wieder zu ihm zurück. Die Schüler kannten den letzten überlebenden Juden Halterns aus dem Unterricht, manche der Reisenden, wie Margret Carden, trafen ihn viele Male in Richmond. „Er war eine wichtige, große Persönlichkeit“, sagt Margret Carden. „Wir wollten unbedingt seine Geburtsstadt kennen lernen.“

Anita Laine aus Haltern, eine gute Freundin von Alexander Lebenstein, bestätigt die Gefühle: „Die Menschen in Richmond fühlen eine Leere. Alex war für uns alle wie ein Familienmitglied.“ Seine liebenswerte Art und seine Vitalität, mit der er für Versöhnung und Courage warb, bleibe unvergessen. „Alexander Lebenstein war außergewöhnlich“, sagt auch Schulleiterin Beth N. Teigen. Für sie und alle, die ihn kannten, ist es deshalb eine Verpflichtung, die Arbeit in seinem Sinne fortzuführen. Über München, Dachau, Köln und Haltern geht es am Samstag weiter nach Amsterdam zum Anne-Frank-Haus. Die Organisation dieser Studienfahrt liegt in den Händen von Friedemann Petruch (66). Der Reiseunternehmer stammt aus Haltern, 1970 zog er nach München, von dort über den großen Teich nach New York. „Ich habe die Stadt nicht wieder erkannt“, gestand er.