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Arsen und Spitzenhäubchen

HALTERN Mit der schwarzen Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ gelang dem Literaturkurs der Stufe 13 unter Regisseurin Britta Ostwinkel ein Glücksgriff. Die Premiere am Mittwochabend in der Aula des Schulzentrums war ausverkauft.

von Von Leonid Sirotin

, 06.03.2008
Arsen und Spitzenhäubchen

Mortimer (Robert Biekmann, l.) lernt neue Seiten seiner Tanten kennen.

Der erste Schein trügt nur allzuoft. Auch zwei Tanten, die einen lieben Eindruck machen, können ein paar Leichen im Keller haben. Wobei letzteres im Falle von Abby und Martha Brewster nicht bloß ein Sprichwort ist. „Der Wahnsinn war schon immer in unserer Familie, aber jetzt galoppiert er geradezu.“ Der Theaterkritiker Mortimer Brewster (Robert Biekmann) ist außer sich, als er durch Zufall vom bizarren Hobby seiner beiden Tanten erfährt. Abby (Stephanie Reuter) und Martha (Claudia Czarnik) plaudern über ihre Mordserien hingegen mit seelenruhiger Gelassenheit.

Das Dutzend hätten sie schon voll und zudem sei es doch ein Akt reinster Nächstenliebe, wenn sie alten, einsamen Herren mit vergiftetem Wein zu einem friedlichen Tod verhelfen, nachdem sie diese per Wohnungsannonce in ihre Villa gelockt haben. Jetzt wird auch klar, warum der durchgeknallte Bruder Teddy (Andreas Schämann), der sich für Präsident Roosevelt hält, im Keller den Panama-Kanal aushebt. Irgendwo müssen die leblosen Körper ja bestattet werden. Mortimers geplante Verlobung und das plötzliche Eintreffen seines verschollenen und zu Aggressionen neigenden Bruders Jonathan führen zu vielen weiteren Verwicklungen und sorgten für eine abendfüllende Vorstellung, die dennoch nie langatmig wurde.

Beeindruckende Leistung

Das lag vor allem daran, dass durch die Bank alle Akteure auf beeindruckende Weise mit ihren Rollen verschmolzen. Die ganze Vorstellung lang brachte Teddy die Zuschauer zum Lachen, wenn er in immer neuen Outfits auf der Bühne auftauchte und auf seiner Trompete zum Angriff blies. Ebenso kurzweilig waren die permanenten Reibereien zwischen Jonathan und seinem zwielichtigen Komplizen Dr. Einstein.

Originelle Einfälle wie Actionszenen unter Stroboskopblitzen sorgten für Abwechslung zu den Dialogen. Obwohl gerade diese das Beste am ganzen Stück waren. Denn die Schüler hatten die Textvorlage gewaltig erweitert. Zitate aus „Stromberg“ und anderen Fernsehserien, Verweise auf Halterner Kneipen sowie Späße über einzelne Lehrer des Gymnasiums wurden mit viel Spielfreude vorgetragen, fügten sich bemerkenswert gut in das amerikanische Original aus den 40-ern ein und sorgten für einige der größten Lacher.  Die stehenden Ovationen am Ende des Stückes hat sich die Truppe mehr als verdient.

Die zweite und letzte Vorstellung beginnt Freitagabend (7.3.) um 19.30 Uhr, Tickets gibt es an der Abendkasse.

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