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Banken raten: Kontoauszüge regelmäßig kontrollieren

Kontobetrüger

HALTERN In Haltern versuchen Betrüger, über das Telefon an die Kontodaten von Halterner Bürgern zu gelangen. Die Banken appellieren deshalb an ihre Kunden, die Kontoauszüge regelmäßig zu kontrollieren.

von Von Elke Rüdiger

, 01.04.2010

Heinrich Z. stutzte. Ein – angeblicher – GEZ-Mitarbeiter wollte telefonisch „nur eben die Kontodaten zum Abbuchen der Gebühren abgleichen.“ Auf diesen Bluff fiel Heinrich Z. nicht herein. Rückfragen ergaben, dass der Fremde Kontodaten ausspionieren wollte. „Lassen Sie sich nicht verunsichern, geben Sie keine Daten preis. Das könnte Sie teuer zu stehen kommen“, warnt Heinrich Z., nicht zu vertrauensselig zu sein. Unseriöse Anbieter und Kriminelle versuchen es z.B. mit Glücksbotschaften wie „Sie haben gewonnen!“ Um den Gewinn überweisen zu können, benötigt man die Kontodaten... Nach solchen Anrufen häuften sich bei der Verbraucherzentrale die Hinweise, dass Geld von Konten ahnungsloser Bürger abgehoben wurde.

Verbraucherzentrale und Banken raten deshalb, Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen. Das gelte ebenfalls für Kontobewegungen von Angehörigen, die wegen ihres Alters oder Krankheit vielleicht den Überblick verlieren oder Auszüge nicht kontrollieren können. Der Forderung der Verbraucherschützer, Banken und Sparkassen sollten Abbuchungen unbekannter Quellen nicht ausführen, wenn der Kontoinhaber dies wünscht, entgegnen die Geldinstitute, „unberechtigt abgebuchte Beträge können innerhalb von sechs Wochen zurückgefordert werden.“ Geschädigte sind verärgert „über den unnötigen Aufwand, wenn ich gar keinen Abbuchungsauftrag erteilt habe. Und was ist, wenn wegen Krankheit die Sechs-Wochen-Frist verstrichen ist? Oder, wenn das Betrüger-Konto bereits leer geräumt wurde?“ Der Missbrauch von Kontodaten ist nicht die einzige Gefahr für Bankkunden. Mit gewöhnlichen Überweisungsträgern, befürchtet Michael Wegmann (Bankkunde), sei Betrug noch einfacher: „Gewiefte Kontobetrüger benötigten nur Namen, Adressen und Bankverbindungen der Opfer.“

Denn ob die erforderliche Vollmacht des belasteten Kontoinhabers vorliege oder die Unterschrift echt sei, werde von Banken oft nicht oder nicht gleich geprüft. Diesen Vorwurf wollen die Kassen so nicht stehen lassen. Bernhard Edelbrock (Stadtsparkasse) betont: „Wir führen grundsätzlich Kontrollen durch. Allerdings kann dies nicht in jedem Fall erfolgen, sondern risikoorientiert.“ Das bedeute einerseits Stichproben, andererseits werden Transaktionen ab einer bestimmten Menge bzw. Höhe des Betrages generell unter die Lupe genommen. „Wenn einem Kundenberater etwas Ungewöhnliches auffällt“, so Edelbrock, „läuten bei dem alle Alarmglocken. Dann hält er Rücksprache.“ Außerdem, rät der Experte eindringlich: „Zerknüllen Sie nicht einfach eine alte Überweisung oder einen Auszug mit Kontodaten. Machen Sie die Details unkenntlich. Zerreißen Sie sie mehrfach, mitten durch Kontonummer, Name und Adresse.“