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Die Kneipen der Innenstadt platzten aus allen Nähten

White Night

HALTERN Die Aschewolke über Europa machte der dritten White Night Haltern einen Strich durch die Rechnung. Die polnischen Stelzenläufer des Danziger Feta-Theaters mussten ihren Auftritt auf dem Marktplatz wegen des gesperrten Luftraumes platzen lassen.

von Von Inga Tawadrous

, 18.04.2010
Die Kneipen der Innenstadt platzten aus allen Nähten

Ostpoesie von Suse Jank bei Euronics Phillips.

Skurril: Ausgerechnet professionelle Feuerspucker legten eine Doppelschicht ein, um den abgesagten Stelzenlauf der „Vulkanasche-Geschädigten“ auszugleichen. Unverwechselbar singende Spaßvögel in Blümchenanzügen – die Band Billy Bob Buddha eröffneten im Foyer der Stadtsparkasse die dritte Musiknacht. Der Unterhaltung wegen ließen sich die Halterner von den schrägen Komikern einiges gefallen. Nicht jedoch die Bemerkung: „Wir sind in Haltern, das ist ein kleines Dorf neben Dorsten.“

„Furchtbar traurig“ ging es indes bei Euronics Phillips zu. Suse Jank, eine Ostberliner Sängerin, und Clemens Süssenbach, ein Westberliner Pianist, begeisterten ihr Publikum mit Ostpoesie. Wurde die Stimmung nach und nach etwas euphorischer, so dämpfte das Duo sie wieder unter anderem mit Liedern über süßen Schmerz.

Nirgendwo in Haltern war der Lärmpegel am Samstagabend allerdings so laut wie in der Gaststätte Rossini. Mit seiner knallroten, elektrischen Gitarre, scharfzüngigen Sprüchen und nicht minder kecken Songs brachte Bernd Begemann seine Fans zum ohrenbetäubenden Brüllen. „Von allen Entertainern bin ich heute der einzige, der nicht versucht, sympathisch rüber zu kommen“, gab der elektrische Liedermacher zu und stieß umso mehr auf Sympathie. Im Café Zentral wurden dagegen andere Muskelgruppen beansprucht: nämlich die der Hüften. Mit Salsa und Latino entführte Camino die tanzenden Gäste in die Lebensfreude der kubanischen, spanischen und afrokaribischen Musikwelt. Geduld beweisen mussten gegen 22.30 Uhr alle Rock’n’Roll- und Rockabilly-Fans.

Die Band „Yeahbaby“ aus den Niederlanden sorgte auf der White Night nicht nur für Furore, sondern auch für Stau in der Kneipe „Flöz Q“. Kristin Allerdisse (42) und Annika Zövelt (27), die sich keine Karten für die Nacht der Nächte ergattern konnten, lauschten dem Konzert mit platt gedrückten Nasen am Fenster. Insgesamt 14 Spielstätten hatten die Veranstalter dieses Jahr ins Programm genommen. Neben Kneipe  machten auch die Musikschule, der Rathaus-Keller sowie einige Läden der Innenstadt bei der Musiknacht mit.