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Drama nach der Trennung

Vergewaltigungs-Prozess

ESSEN/HALTERN In der Ehe ging der Angeklagte öfter fremd, im Trennungsjahr drehte er den Spieß um und betrog mit ihr seine Freundinnen. Nun steht der 29-jährige Maurer aus Haltern wegen Vergewaltigung seiner heutigen Ex-Ehefrau vor dem Essener Landgericht.

von Von Bianca Belouanas

, 21.04.2010

Laut Anklage drang der Mann in der Nacht zum 26. März 2008 in das Schlafzimmer seiner getrennt lebenden Ehefrau in Haltern ein, wo die damals 24-Jährige schlief. Eine mitgeführte Pistole legte er angeblich auf den Tisch, bevor er versuchte, die Frau zur Rückkehr zu ihm zu überreden. Gegen Mitternacht, so heißt es in der Anklage, vergewaltigte er die Frau und forderte sie auf, die nächste Nacht bei ihm zu verbringen und sich von ihrem neuen Freund zu trennen. Wenn sie von dem Vorfall erzähle, sei er „das nächste Mal nicht mehr so lieb“. Erst als er im Zimmer nach Briefen des neuen Freundes suchte, gelang der Frau die Flucht zur Wohnung ihrer Großmutter im selben Haus.

Der Angeklagte schilderte am Mittwoch eine andere Version des Tattages: Beide hätten sie zwar neue Partner gehabt, sich aber auch nach der Trennung „fast jeden zweiten oder dritten Tag zum Geschlechtsverkehr getroffen“. Daran hätten auch die Streitigkeiten um das Sorgerecht für die beiden Kinder nichts geändert. So habe er auch gegen neun Uhr am Morgen des 25. März mit seiner Ex geschlafen. Danach habe man sich getrennt, er selbst habe später einen Spieleabend mit einem Freund verbracht, dabei Alkohol getrunken und Speed genommen. „Gegen halb drei am Morgen kam dann die Polizei hereingestürmt, hat mich festgenommen und mich zur Wache gebracht, wo sie eine Speichel- und Blutprobe von mir genommen haben“, erklärte der zweifache Familienvater der V. Strafkammer. Eine Waffe habe er „nie besessen“, ebensowenig einen Nachschlüssel zur Wohnung seiner Ex.

Das Opfer sagte am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Die Nebenklageanwältin hatte zuvor beantragt, wegen der psychischen Belastung ihrer Mandantin und „panischer Angst“ vor dem Angeklagten auch diesen für die Dauer der Vernehmung auszuschließen, was die Kammer jedoch ablehnte. Begründung: Gesundheitliche Probleme seien nicht ausreichend belegt. Der Prozess wird fortgesetzt.