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Ein Dorfmonstrum

Sythen Das heutige Sythen ist ein Dorfmonstrum besonderer Art. Das Dorf strebt vollständig auseinander und kann sich an Durchmesser und Umfang durchaus mit mancher Großstadt messen.

15.10.2007

So sah der Chronist Sythen vor fast genau 60 Jahren. Um einen "großzügigen Siedlungsplan" ging es in einem Bericht der Westfälischen Nachrichten vom 17. Oktober 1947. Anlass des Artikels war eine Vertretersitzung der Gemeinde Kirchspiel Haltern, bei der es um "dringende Siedlungsprobleme" ging. 94 Siedlungsbewerber waren vom Siedlungsausschuss für "fähig und würdig befunden worden", sich in einer neuen Siedlung in Haltern an der Weseler Straße anzusiedeln. 80 davon sollten aus Sythen kommen, eine Zahl die das Dorf vor Probleme stellen wird, prophezeite der Berichterstatter: "Zu bedenken ist bei diesem Plan, daß die Herausnahme von 80 Familien aus Sythen sehr viel Gegner finden wird, da ein solcher Abzug für Handel und Gewerbe in einem Dorf besondere Auswirkungen hat."

Was tun? Sythen brauchte ein eigenes Siedlungsgelände, und einen Platz dafür hatte Amtmann Dr. Lanwer im Oktober 1947 auch schon in der Schublade. In der Nähe des Bahnhofs sollten dem Grafen von Westerholt 50 Morgen Land abgekauft werden. Platz für 100 Siedler, also für alle Familien des damaligen Kirchspiels Sythen!

Das war die Geburtsstunde der Grotekampsiedlung. Mit ihr sollte dieser Teil des Dorfes zu einem "geschlossenen Ganzen" werden und mit dem Dorfkern zum Mittelpunkt des weitläufigen Dorfgebietes. Ein Problem gab es allerdings: Das Gelände war noch an Kleingärtner verpachtet, aber die sollten an anderer Stelle angesiedelt werden.

Dem Dorf Sythen bescheinigte der Redakteur eine glänzende Zukunft. "Der Bergbau der seit Jahren bereits bis an die Lippe vorgedrungen ist, zeigt eine immer mehr wachsende Tendenz nach Norden. Und wird - wahrscheinlich schon in kürzester Zeit die Lippe überschreiten." Auch in den Plänen der Reichsbahn spiele Sythen eine "große Rolle", heißt es weiter in dem Artikel: "Auf all diese Pläne muß bei einer so großen Siedlung, wie sie hier notwendig ist, weitschauend Rücksicht genommen werden."

Den historischen Zeitungsartikel hat uns freundlicherweise Hans Möllers zur Verfügung gestellt.

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