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Eine Anfängerin lernt Windsurfen auf dem Silbersee II

Sythen

SYTHEN Palmen, Meeresrauschen, Sonne. Und ich mittendrin. Auf einem Surfbrett. Schön wär's - ist aber nicht wahr. Denn ich kann gar nicht surfen. Ich kann es jedoch lernen. Verspricht mir zumindest Norbert Sikora, Leiter der Surfabteilung des TuS Haltern.

von Von Inga Tawadrous

, 23.04.2010

Es ist ein sonniger Samstagmittag. Der Silbersee II ist die Stille selbst. Ich dagegen fühle mich wie eine Welle - viel Schaum und nichts dahinter. Soll heißen: Wochenlang freute ich mich, diese Sportart zu lernen. Ging wie eine Dorftante rum und erzählte es nahezu jedem. Am See angekommen sehe ich die gigantischen Segel und mir wird ganz mulmig zumute.

Ein wenig Theorie Wohl meine Panik bemerkt, bietet mir Sikora vorerst das "Du" an. Danach - ein wenig Theorie. Beide Vorschläge dämpfen meine Nervosität. Der eine hilft mir, mit meinem Trainer auf gutem Fuß zu stehen. Dank des anderen Rates stehe ich gewiss stabil auf einem Surfbrett. Genug gegrübelt. Norbert steigt auf das weiße Surfbrett, das noch im Sand liegt (eine Trockenübung also!), und erklärt mir die Basics. "Wenn du in diese Richtung surfst, ist das deine Segelhand und die andere deine Masthand." So weit, so schlecht. Ich kam bislang mit meiner rechten und linken Hand gut zu Recht. Als Norbert ferner auch von Luv und Lee redet, bin ich völlig durch den Wind.

Was ist der größte Fehler, den ein Anfänger machen kann?, will ich wissen, damit ich mich nicht gleich blamiere. Schließlich bin ich den neugierigen Blicken der Vereinsmitglieder ausgeliefert. "Selbstüberschätzung", antwortet Norbert. Ich bin erleichtert. Diesen Fehler mache ich sicher nicht. Wenn, dann eher das Gegenteil - ich traue mir das Windsurfen immer noch nicht zu.

Nach einer zweiminütigen Einführung ganz nach dem Motto "So leicht ist Surfen" geht es endlich los. Ich brauche einen Surfanzug. Norbert marschiert in den blauen Container, ich laufe hinterher. Was antworte ich bloß, wenn er gleich nach meiner Kleidergröße fragt?  Diese Frage kann sicher nur einer Frau durch den Kopf gehen. Doch Norbert ist charmant. Er fragt nicht. Sondern überreicht mir einen Neoprenanzug, den er soeben selbstständig ausgesucht hat. Wie ich in das Teil rein komme, will mir Norbert erklären. Ich winke ab. "Das ist bestimmt ungefähr so wie man eine Strumpfhose anzieht." Mein Trainer nickt. Als ich den engen, schwarz-roten Overall endlich anhabe, geht es ins Wasser.  Aber als ich sehe, dass nebst Norbert und meiner Kollegin, die gleich voller Schadenfreude Fotos schießen wird, auch andere mit ans Ufer kommen, bekomme ich Panik. Wie soll ich dabei auf dem Brett eine gute Figur machen? Nun, abgesehen vom Bauch einziehen...

Ziemlich plump quäle ich mich auf das Brett. Der Versuch, das Gleichgewicht zu halten, klappt ganz gut. Aber als ich das Segel hochziehen möchte, werden mir flugs zwei Dinge klar: Zum einen werde ich morgen einen unglaublichen Muskelkater haben. Zum anderen: Das Seewasser ist frostig! Ja, ich gebe es zu - inzwischen bin ich über das Theorie-Durcheinander gestolpert und ins elf Grad kalte Wasser gefallen. Statt eines mitleidigen Blickes kommt von Norbert dies: "Du weißt, was du falsch gemacht hast, oder?" - "Na toll, das war also eine Gehirnwäsche. Wortwörtlich." Ich raffe mich auf. Und mache die neugierigen Zuschauer für meine Ungeschicktheit verantwortlich. Sie sind diejenigen, die mir den Wind aus den Segeln nehmen. Nach dem erfrischenden Bad stellt sich jedoch heraus, dass ich laut Norbert ein "Naturtalent" bin. Ich surfe hin und her, hin und her, hin und her. Keine Palmen. Kein Meer und kein Rauschen. All das braucht man auch nicht, um Spaß am Surfen zu haben. Luv und Lee gibt es auch am Silbersee.

Die Surfabteilung des TuS Haltern bietet regelmäßig Kurse sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene an. Das notwendige Material dafür – Surfbrett, Segel und Neoprenanzug – stellt der Verein den Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung. Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Vereins.