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Entdeckungsreise führte durch die Haard

RVR-Angebot

FLAESHEIM Eigentlich kennt Eberhard Olschewski aus Waltrop die Haard wie seine Westentasche. Viele Jahre hat der Langstreckenläufer hier mit seiner Frau trainiert und meistens zwischen 20 und 30 km zurückgelegt.

von Von Silvia Wiethoff

, 11.04.2010
Entdeckungsreise führte durch die Haard

Christian Bußfeld (l.) führte für den Regionlaverband Ruhr durch die Haard. Eberhard Olschewski ließ sich über die Botanik aufklären.

Auch im Dunkeln würde er sich in dem Waldstück zurechtfinden. „Jetzt ist es Zeit, auch die Botanik kennen zu lernen“, sagt er am Sonntagnachmittag.

Gemeinsam mit etwa 35 weiteren Teilnehmern hat sich Olschewski dem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer Christian Bußfeld angeschlossen. Ehrenamtlich leitet dieser für den Regionalverband Ruhr (RVR) eine dreistündige Entdeckungsreise durch die Haard. Bei zahlreichen Zwischenstopps klärt er über die Entstehung des Waldes und die Einwirkungen durch den Menschen auf. Schon vor über 10 000 Jahren lebten Menschen in dieser waldreichen Region, die damals freilich noch anders aussah. Wo heute überwiegend Kiefern beheimatet sind, die der Mensch hier anpflanzte, stand in der Vorzeit ein dichter Mischwald. Vor allem Buchen, aber auch Eichen waren ursprünglich in der Haard zu Hause. Bußfeld informiert, dass der RVR durch behutsame Maßnahmen in vielen Bereichen wieder Mischwälder entstehen lässt. Im Mittelalter war der Weg durch die Haard die schnellste, aber nicht die ungefährlichste Verbindung zwischen Orten wie Recklinghausen und Haltern. Manch dunkle Geschichte, zum Beispiel die des Halterner Lohmännchens, rankt sich um den Wald. Der 25-jährige Bußfeld knüpft hier an die zweite Themenwanderung an, die er für den RVR anbietet. Sie dreht sich um Mythen und Sagen. Bis die Gruppe den Feuerwachturm als Halbzeitetappe besteigt, liegt noch manche Information am Wegesrand.

Auch wirtschaftlich war die Haard zum Beispiel von Bedeutung. Die Menschen nutzten sie für die Gewinnung von Holzkohle, verwendeten Baumrinde für den Gerbeprozess und setzten das Harz der Bäume als Dichtungs- und Konservierungsmittel ein. Eberhard Olschewski riskiert an diesem Nachmittag noch einen genauen Blick auf die Figuren der Bäume. Kiefern, Lärchen und Tannen – letztere gibt es in der Haard nur ganz selten – kann er demnächst anhand der Nadeln unterscheiden.