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Erbe frühzeitig regeln

Haltern Wer nur mit Blick auf den Fiskus dem Erbe vorweg Vermögen verschenkt, bereut dies später häufig.

25.10.2007

Hartwig Trillsch (Foto) referierte im Josefshaus auf Einladung der KAB-Gemeinschaften St. Marien, St. Sixtus, St. Laurentius und St. Antonius. Rund 50 Gäste zeigten, dass "Vererben oder Verschenken" durchaus ein aktuelles Thema ist. "Mit dem sollte man sich aber schon in jüngeren Jahren beschäftigen", so Trillsch, seit 27 Jahren Rechtsanwalt und Notar in Haltern.

Zwei Billionen Euro werden in den nächsten Jahren vererbt. Abgesehen davon, dass nur rund 3 % aller Deutschen ein gültiges Testament haben, das wirklich ihren Wünschen und Zielen entspricht, haben die meisten anderen entweder gar kein Testament oder aber eines, das formal ungültig ist.

Steueroptimiert zu vererben, erfordert eine umsichtige Planung. Die vorweggenommene Erbfolge in Form einer Schenkung unterliegt denselben steuerlichen Freibeträgen und Belastungen wie ein Erbe nach Tod. Alle zehn Jahre besteht ein erneuter Anspruch auf die gesetzlichen Freibeträge. "Wer also nach einer Schenkung zehn Jahre überlebt, kann dann wieder steuergünstig verschenken". Allerdings, und das machte Trillsch sehr deutlich, sollte der Schenker die Entwicklung seines persönlichen Status bedenken. Abgesehen von späteren Streitigkeiten mit dem Empfänger, die für eine Rückforderung der Schenkung nicht ausreichen, könne ein Pflegefall oder Altersarmut eintreten. "In dem Fall holt sich das Sozialamt die nötigen Mittel zurück."

Sicherheitstypen

Sicherheitstypen, so Trillsch, regeln ihren Nachlass per Testament und verfügen bis zum Tod über das, was sie haben oder noch haben. Kompliziert und per Patentrezept nicht abzuhandeln sei das absichtliche Übergehen und Enterben der gesetzlichen Erben. "Mit der Benennung eines anderen Alleinerben besteht immer noch der Anspruch auf den Pflichtanteil." In der Verwandtenerbfolge beträgt dieser bis zu 50 % (bei Kindern). "Das kann einen gewollten Erben etwa einer Immobilie in Bedrängnis bringen." Eine Erbmasse unter Pflichtteilshöhe kann der gesetzliche Erbe ausschlagen, um dann seinen Anspruch auf den Pflichtteil gerichtlich geltend zu machen. Ellen Adam

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