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Fotografen-Duo präsentiert eindrucksvolle Multimedia-Show

Besondere Foto-Ausstellung

DORSTEN Der Gladbecker Martin Volmer und sein Kollege Carlos Permann werden am Dienstag, 11. Mai, um 19.30 Uhr auf Einladung des VHS- und Kulturbüros im Forum der VHS eine Multimedia-Show der besonderen Art präsentieren: gestochen scharfe Bilder, kristallklarer Sound, spektakuläre Videosequenzen.

von Von Michael Klein

, 30.04.2010

Aufgenommen in den vergangenen zwei Jahren, ist so eine eindrucksvollste Bilderschau der Industriekultur entstanden. „Kathedralen der Arbeit, Landmarken, Wassertürme“ waren nach Angaben von Martin Volmer die Schwerpunkte der Arbeit, mit denen beide jetzt auf Tour gehen. Gut eine Stunde dauert das visuelle Spektakel, „mehr als 3000 Fotos sind zu sehen“, so Martin Volmer: „Auf Großbildleinwand bis zehn Meter Diagonale, da kommen die Bilder besonders gut.“ Es sind zum einen die üblichen Verdächtigen, die die beiden Fotografen präsentieren: Zollverein Essen, Landschaftspark Duisburg-Nord, Jahrhunderthalle Bochum. Aber auch die kleinen versteckten Perlen, die der Pott zu bieten hat: Zeche Bonifacius in Oberhausen, Altes Hafenamt in Dortmund oder die Blauen Eier in Bottrop.

Letztere passen übrigens bestens ins Konzept. Denn Martin Volmer und Carlos Permann haben die Industrie-Ikonen zumeist während der Blauen Stunden fotografiert. „Maximal 30 Minuten blieben uns am Tag, die außerordentliche Lichtsituation nach Sonnenuntergang einzufangen“, sagt Volmer. Nur in dieser kurzen Spanne treten die illuminierten Industrie-Silhouetten gegen den nachtblauen Abendhimmel hervor, „dass die Landschaften wie surreale Gemälde wirken“.Vor wenigen Wochen ist im Mercator-Verlag ihr Fotoband „Industrie-Ikonen“ erschienen. „Nur wenig Text, die Fotos stehen im Mittelpunkt“, so Martin Volmer. Die Zeche Ewald erscheint wie eine von Flammen angestrahlte Trutzburg, die Skulptur vor dem Bergbaumuseum wie ein giftgrüner Ohrstopfen, die Essener City durchzieht ein roter Fahrzeug-Faden. Auch die Dorstener Schleuse glitzert vor romantischem Goldstreif-Horizont.

„Doch immer nur dunkelblau ist langweilig für das Auge“, sagt Martin Volmer, der jahrelang als Redakteur für die technische Wochenzeitung „VDI Nachrichten“ gearbeitet hat. Deswegen finden sich sowohl bewegte als auch Standbilder in der Multimedia-Show wieder, die bei ganz schnödem Tageslicht aufgenommen worden sind. Auch die Eindrücke, die der Fotograf am Montag auf dem Fürst Leopold-Gelände gewonnen hat, werden Teil der Inszenierung sein. Abriss-Bagger, die an den Zechenbauten nagen, Wolkenspiele hinter dem grünen Fördergerüst, die Tisa-Bilder in der Lohnhalle: Eine gute Ausbeute, die das Duo in die Show integrieren wird.

Die dramatischen Farbstimmungen und Kontraste, die spektakulären Zeitraffer-Effekte und die erläuternden Kommentare der Macher werden dabei von einfühlsamen Kompositionen im Fünf-Kanal-Dolby-Digital-Kinosound unterfüttert. Die Musik stammt von Ulrich Antonius Beutgen, der nach Angaben von Martin Volmer einen ganz besonderen Bezug zur Zeche Fürst Leopold hat: „Er hat hier seine Ausbildung absolviert.“