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Friseursalon Aferdita hilft Kindern im Kosovo

Karitativer Haarschnitt

HALTERN Haare schneiden und etwas Gutes tun - unter diesem Motto hatte Aferdita Haliti im Februar dieses Jahres einen Aktionstag in ihrem Friseursalon veranstaltet. Satte 900 Euro wurden dabei erschnitten und sind jetzt vier Großfamilien im Kosovo zu Gute gekommen.

von Von Cathrin Erbstößer

, 20.04.2010
Friseursalon Aferdita hilft Kindern im Kosovo

Hilfe für die Kinder im Kosovo: Die 31-jährige Friseurmeisterin Aferdita Haliti packt vor Ort mit an.

Zwar ist der Krieg schon lange beendet, doch die Kosovaren tragen immer noch die Folgen davon. Viele Familien haben alles verloren und leben nun in verwahrlosten Häusern. Bei diesem Anblick weiß die gebürtige Kosovarin Aferdita Haliti, die oft ihre Familie in Mitrovica besucht, dass sie einen Beitrag leisten muss: "Ich kann zwar kein Haus bauen, aber ich kann dafür sorgen, dass es etwas zu essen gibt."

Mit den 900 Euro im Gepäck flog Aferdita Haliti am 8. April für zwei Tage in den Kosovo. In Zusammenarbeit mit einem beheimateten Supermarkt hat sie die nötigen Lebensmittel, wie Mehl oder Kartoffeln, und Hygieneartikel gekauft. Ausreichend versorgt Vier Familien mit je sechs Kindern konnten damit ausreichend versorgt werden. Günstige Konditionen konnte Aferdita Haliti mithilfe ihres natürlichen Charmes aushandeln. "Alle halten die Hilfe für eine gute Idee - gut dann müssen die auch 'mal was machen und mit den Preisen runtergehen", lacht sie, "naja, bei diesem Ton hatte ich dann schon ein schlechtes Gewissen. Aber manchmal muss man die Leute einfach ein bisschen schubsen."

Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr der zwölfjährige Blerim. Er ist behindert und kann seine Beine nicht mehr bewegen. Doch die Familie ist mittellos und kann sich einen Arztbesuch einfach nicht leisten. "So etwas reißt mir das Herz auseinander", erzählt sie sichtlich berührt, "heute muss das einfach nicht mehr sein."

Die Erfahrungen vor Ort haben die 31-jährige Friseurmeisterin nachhaltig verändert. "Ich lebe jetzt anders", erklärt sie, "vorher war alles selbstverständlich. Nun bin ich nicht mehr so verschwenderisch." Wenn es die Zeit zulässt, will Aferdita Haliti bald wiederkommen und die Familien besuchen. "Das liegt mir wirklich sehr am Herzen", bekräftigt sie und fordert auf, "aber jeder kann einen Beitrag leisten."