Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Halterner Ärzte wollen Notdienst vor Ort regeln

Notdienstreform

HALTERN Halterns Ärzte proben die Revolution. Sie lehnen eine Teilnahme am reformierten Notdienst einstimmig ab.

von Von Elisabeth Schrief

, 23.04.2010

In einem Brief an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe in Dortmund kündigen sie an, dass der Notdienst für Haltern ab Februar 2011 weiterhin in den einzelnen Praxen durchgeführt werde.

Der Brief des Ärztenetzes ist in Dortmund noch nicht eingetroffen. Aber Pressereferent Christopher Schneider macht eine klare Ansage: „Ärzte können sich nicht der Pflicht entziehen und sich eigenmächtig vom Notfalldienst ausschließen. Das hat ein Disziplinarverfahren zur Folge.“ Die Reform des ärztlichen Notdienstes sei nicht chronisch negativ, so Schneider. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hofft auf Einsicht und Stimmungswechsel in Haltern. „Vor allem im Sinne der Patienten.“ Gerade auf deren Wohl beziehen sich die Ärzte. Den Patienten sei der Weg zur Notfallpraxis in Marl nicht zuzumuten. „Im Interesse vor allem der älteren und multimorbiden Patienten möchten wir die bewährte Versorgung in der gewohnten Form beibehalten“, schreiben Dr. Michael Frick, Matthias Strickling, Dr. Manfred Dammer, Dr. Klaus Render und Dr. Dirk Heufers als Vorstand des Ärztenetzes.

Die Mediziner fürchten auch um ihre eigene Gesundheit. Bereits jetzt entstünden in der Flächengemeinde Haltern weite Fahrwege für Hausbesuche im Notdienst. Dies werde sich absehbar durch eine Ausweitung auf Marl und Dorsten in unzumutbarer Weise verschlechtern: „Aufgrund der größeren Bevölkerungszahl, die sich zukünftig auf die Notfallpraxis konzentrieren soll, wird der Dienst zu einer erheblichen physischen und psychischen Belastung führen.“ Halterns Ärzte sehen keinen Grund für eine „unnötige Zerschlagung einer gut funktionierenden notärzlichen Patientenversorgung.“ Ob Halterner Politiker und Bürger mit ihren Protesten Erfolg haben, stellt sich voraussichtlich in der nächsten Woche heraus. Der Vorstand der KV entscheidet nach nochmaliger Prüfung, ob er Haltern doch noch eine Notfallpraxis zugesteht.