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Höhenangst ist ein Fremdwort

Zirkusprojekt in der Silverbergschule

HALTERN Feuer spucken können nur Profis oder eben Vulkane? Von wegen. Auch die Schüler der Silverbergschule, die zurzeit gemeinsam mit der Freien pädagogischen Initiative (FpI) Unna an einem Zirkusprojekt arbeiten, beherrschen diese ziemlich heiße Angelegenheit.

von Von Inga Tawadrous

, 20.04.2010
Höhenangst ist ein Fremdwort

Höhenangst ist den Grundschülern, die in einem echten Zirkuszelt üben, ein Fremdwort.

„Wir fangen heute mit einer Trockenübung an“, fordert Edgar Hedergott (Foto, 53) von der FpI die kleinen Feuerspucker auf. Eine Minute später erfahren die mutigen Schüler, dass eine Trockenübung ganz schön nass sein kann. Und lustig sowieso. Denn anstatt der Flammen spucken sie erstmal Wasser. „Dadurch wollen wir den Kindern einen vernünftigen Umgang mit dem Feuer beibringen“, erklärt Hedergott, der mit den Knirpsen im Zirkuszelt auch Akrobatik und andere spektakuläre Nummern einstudiert.

„Ich finde das Nagelbrett ganz lustig“, behauptet Dennis (9) nach der Probe, „denn das fühlt sich wie eine Massage an.“ Auch die zehnjährigen Fabian und Philip zeigen sich tapfer. Sowohl das Feuerspucken als auch das Laufen über Glasscherben sei für die Jungen „ein Kinderspiel“.

Aber was wäre Zirkus ohne Clowns? Dieter Schaade, ebenfalls vom FpI-Team, macht aus den Silverbergschülern waschechte Spaßmacher. „Nicht jedes Kind kann die Rolle eines Clowns übernehmen“, so der 63-Jährige. Die potenziellen Schelm-Kandidaten müssen nicht nur sehr deutlich, sondern auch laut sprechen können. Außerdem dürfen sie nicht schüchtern sein. „Hinzu müssen die fünf Nachwuchs-Clowns die Texte auswendig lernen“, so die strenge Ansage des Profis. Denn Improvisation im Zirkuszelt sei anders als im Theater strengstens verboten. Doch bevor die Grundschüler die verblüffenden Zirkustricks im Zelt auf dem Schulhof erlernen konnten, waren zuerst ihre Eltern und Lehrer dran. „Wir hatten einen Workshop, in dem wir viele Zirkustechniken gezeigt bekommen haben“, erzählt Lehrerin Elisabeth Leßner (48). Martina Fimpeler-Kern (40) war eine von über 40 Eltern, die an dem Workshop mitmachte. „Meine Mama ist dabei aber auf den Po gefallen“, plaudert indes ihre Tochter Friederike aus. Na hoffentlich macht die Achtjährige bei der Premiere eine bessere Figur als die Mama.