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Im Suff gepöbelt, aus Wut ein Fahrrad demoliert

18.10.2007

Haltern Durch ein Saufgelage am Vorabend konnte sich der Angeklagte gestern nicht aus der Verantwortung stehlen: Das Amtsgericht Marl erklärte den 34-jährigen Halterner trotz heftiger Alkoholfahne und trüben Blickes für voll verhandlungsfähig.

Angeklagt ist der alkoholkranke und einschlägig vorbestrafte Mann in drei Fällen. Zur Last gelegt werden ihm versuchter Raub in Tateinheit mit Beleidigung, ein versuchter Wohnungseinbruch sowie Sachbeschädigung. Der Reihe nach hat das Schöffengericht gestern die einzelnen Anklagepunkte abgearbeitet.

Gewaltandrohung

Die schwerwiegendste Tat soll der Beschuldigte am 22. September 2005 im Kardinal-von-Galen-Park begangen haben. Eine damals 16-jährige Bewohnerin des Martinistifts wirft dem 34-Jährigen vor, sie aufs Übelste beleidigt und anschließend das Handy eines Freundes unter Gewaltandrohung eingefordert zu haben.

Der Angeklagte war angetrunken, als er die Jugendlichen verbal attackiert hat. Sie flüchteten sich in die gegenüberliegende Polizeiwache.

Dem Halterner wird weiter vorgeworfen, am Vormittag des 21. April 2007 durch ein geöffnetes Fenster im Erdgeschoss in die Wohnung einer 73-Jährigen an der Lavesumer Straße eingedrungen zu sein. Als die Rentnerin Wäsche ins Schlafzimmer bringen wollte, sei er plötzlich vor dem Fenster aufgetaucht, habe sich ähnlich stark erschrocken wie sie und sei sofort geflüchtet.

Nichts gestohlen

Der Angeklagte gibt zu, vor dem Fenster gestanden zu haben, will aber nicht in der Wohnung der Frau gewesen sein. Sandige Fußstapfen auf dem hellen Teppich, die die Polizei fotografiert hat, könnten das Gegenteil beweisen und die Vermutung der Rentnerin bestätigen. Gestohlen wurde ihr nichts.

Dritte Klägerin im Bunde ist die 31-jährige Ex-Freundin des Angeklagten, mit der der Mann zwei Kinder hat. Gegen 21 Uhr stand er am 13. Dezember 2006 vor ihrer Wohnungstür. Als die Halternerin ihn nicht hereinlassen wollte, wandte er sich wutentbrannt ab und demolierte mit einem Fußtritt ihr Fahrrad.

Kein Urteil

Zu einem Urteil kam es gestern nicht, weil der Anwalt des 34-Jährigen die Vernehmung weiterer Zeugen beantragte: Bei der Prozessfortsetzung sollen noch die beiden Männer angehört werden, die sich vor zwei Jahren im Galen-Park mit dem 34-Jährigen betrunken hatten. wal

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