Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Inseln im Elendsviertel

Haltern Khayelitsha / Siseko ist für 200 Aidskranke die Rettungsinsel: Täglich holen sie sich in der Suppenküche eine warme Mahlzeit.

24.08.2007

Die Kosten trägt seit Jahren der Halterner Förderverein Khayelitsha. Weil die Umstände in Siseko - was übersetzt "Fundament" heißt - armselig sind, kommt Hiltraud Elsing mit einem Hilferuf aus den Slums von Kapstadt nach Haltern. Die Träger-Organisation Child Wel fare möchte die Suppenküche erweitern, damit die Kranken nicht mehr unter freiem Himmel essen müssen und in der Küche etwas mehr Platz bleibt als nur für den großen Gaskocher. "Hier wird unter sehr primitiven Bedingungen große Arbeit geleistet", werben Hiltraud Elsing und Meta Rentzsch für Unterstützung. Die Mitglieder des Fördervereins Khayelitsha werden am Dienstag auf ihrer Jahreshauptversammlung über eine mögliche Zuwendung entscheiden. Wenn sie positiv votieren, will Hiltraud Elsing sofort mit der Planung beginnen und im Mai die Bauarbeiten einleiten.

Nobantu bald fertig

Gute Fortschritte macht auch die Erweiterung des Nobantu-Zentrums. In drei Monaten, schätzt Hiltraud Elsing, sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Das Ausbildungszentrum für Jugendliche schafft Perspektiven: Die Organisation "Woman for Peace" gibt das nötige Rüstzeug für eine Zukunft in Handwerksberufen und bewahrt die jungen Menschen damit vor einer kriminellen Karriere. Auch der Kindergarten Haus Haltern bleibt im Blickfeld des Fördervereins. Gerade wurden die alten Fenster gegen neue ausgetauscht. Pläne entwickelte Hiltraud Elsing ebenso für Mnqophiso. "Die Schule platzt aus allen Nähten", weiß Hiltraud Elsing von ihren Besuchen. Deshalb ist geplant, ein Stockwerk aufzusetzen. 120 Kinder gehen hier zum Unterricht, nachmittags werden die Räume von Erwachsenen zur Analphabetenschulung genutzt.

Täglich unterwegs

Sieben Projekte betreut der Förderverein insgesamt. Hiltraud Elsing, die seit 32 Jahren in Kapstadt lebt, ist täglich in Khayelitsha, mit zwei Millionen Bewohnern das größte Township in Kapstadt und das zweitgrößte in Südafrika, unterwegs. "Die Freude an dieser Arbeit hört nicht auf", beschreibt sie ihre Motivation. Und solange sie Unterstützung aus Deutschland bekommt, will sie weiterbauen, "weil die Jugend eine Zukunft braucht. Langsam, aber sicher wächst eine schwarze Mittelschicht, und es verbessert sich das soziale Umfeld in den Slums." Sie sieht, die Arbeit hat Wirkung, und das empfindet sie als sehr befriedigend.

Ihre 85-jährige Mutter Meta Rentzsch ist stolz, dass sich ihre vor 20 Jahren begonnene Hilfe für Südafrika so wunderbar entwickelt hat. "Toll, dass meine Tochter nicht zu bremsen ist", lacht sie. Elisabeth Schrief

Lesen Sie jetzt