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Ist das Vergewaltigungsopfer unglaubwürdig?

Prozess-Fortsetzung

ESSEN/HALTERN Zu Prozessbeginn vor dem Essener Landgericht hatte die Halternerin (23) am 9. April noch wegen einer angeblichen Vergewaltigung gegen ihren 34-jährigen Ex-Freund ausgesagt.

von Von Bianca Belouanas

, 23.04.2010

Zwei Tage später fügte sie ihrem Internet-Profil einen neuen Lieblingsinterpreten hinzu, einen arabischen Sänger von Liebesliedern: „Er erinnert mich an einen ganz besonderen Menschen, mit dem ich mal zusammen war“, hatte sie in das Profil geschrieben und danach die Initialen des Angeklagten genannt.

Dessen Verteidiger hatte das Profil im Netz aufgespürt und die Bildschirmanzeige in Form eines Screenshots für das Gericht ausgedruckt. Für kurze Zeit wackelte gestern die Glaubwürdigkeit der Frau, doch dann erklärte die 23-Jährige, sie sei nach dem Prozesstag „völlig fertig“ gewesen, habe daheim „geheult, gebrüllt und versucht, das Schlechte zu verdrängen und auszublenden“. Das „Schlechte“, damit bezog sie sich auf den 12. Dezember 2009, als ihr Ex-Freund ihr laut Anklage vor ihrer Wohnung in Lippramsdorf auflauerte, sie mit einem Messer bedrohte und zwang, im Auto in einen einsamen Feldweg einzubiegen, wo er sie zweimal vergewaltigte.

Eigentlich war die Frau an jenem Abend um 19 Uhr zum Essen verabredet gewesen. Das zumindest erklärte gestern eine gute Freundin (26) dem Gericht: „Ich hatte gekocht, aber sie ist nicht gekommen. Da war ich ziemlich sauer.“ Gegen 22.30 Uhr habe dann ihr Handy geklingelt. Die Freundin sei dran gewesen, „sie hat geweint und gesagt, ihr Ex hat sie aufgehalten“. Bei einem Treffen habe sie später dann von der angeblichen Vergewaltigung erfahren. Der Prozess wird fortgsetzt.