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Junge Mutter soll Verkäuferin angefahren und gebissen haben

Prozess

HALTERN Diebstahl, Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. „Dieses Theater“, wie der Richter es am Donnerstag im Amtsgericht Marl nannte, ist die Bilanz eines Einkaufs in einem Schuhgeschäft.

von Von Inga Tawadrous

, 08.04.2010

Doch der Reihe nach: Eine Halternerin wollte am 5. Mai 2009 für ihre damals zweijährige Tochter Turnschuhe kaufen. Die 31-jährige Mutter suchte sich ein Paar für knapp 8 Euro aus und bezahlte es. Anschließend nahm sie ihre Tochter auf den Arm und wollte den Laden verlassen. Doch als sie durch die Sicherheitschleuse ging, piepste es. „Da ich während des Einkaufs einen Anruf bekam, dass meine Oma verstorben ist, habe ich völlig vergessen, dass ich ihr im Geschäft die Elefanten-Schuhe angezogen habe“, schilderte die junge Mutter am Donnerstag. Nach dem unangenehmen Vorfall habe sie der Verkäuferin jedoch versichert, auch die Schuhe bezahlen zu wollen, die ihre Tochter bereits trug.Andere Version Doch die Verkäuferin, die am Donnerstag als Zeugin aussagte, hatte eine andere Version parat: „Die Frau erzählte mir, dass der Vater des Kindes die Schuhe, die das Mädchen anhatte, bereits davor gekauft habe.“ Daraufhin habe die Verkäuferin dies an der Kasse überprüft. Zeitgleich habe eine Kollegin nach dem Schuhkarton gesucht. Und ihn im Regal auch gefunden. Darin: gebrauchte Schuhe eines Kindes.

Angeklagt „Ich habe nicht geklaut“, beteuerte die Angeklagte. „Wenn es nur beim Diebstahl geblieben wäre, wäre alles halb so dramatisch“, lautete die Antwort des Richters. Denn damit nicht genug: Die Halternerin sei zum Auto gelaufen, um angeblich ihren Ausweis zu holen. Doch als sie ihre Tochter in den Wagen gesetzt hatte, sei auch sie selbst ins Auto gestiegen. Als sie aus der Parklücke rausfahren wollte, erfasste sie die Verkäuferin, die hinter dem Auto stand.Fortsetzung „Ich wollte nicht abhauen. Das war nur eine Kurzschlussreaktion. Ich wollte auch niemanden verletzen“, so die 31-Jährige. Ferner habe sie laut Aussage der Verkäuferin, die die Flucht verhindern wollte, die Frau auch in den Arm gebissen. „Daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte die Angeklagte aus. Der Prozess wird am 22. April fortgesetzt.