Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kombilohn bietet Menschen eine Perspektive

15.10.2007

Haltern Der Streit um den Kombilohn ist so alt wie die Idee, Arbeitsplätze mit Steuergeldern zu subventionieren. Für Christa P. (Name von der Redaktion geändert) hat der Kombilohn die entscheidende Wende in ihrem Leben gebracht. Sieben Jahre lang lebte die Halternerin mit Migrationshintergrund von staatlicher Unterstützung. Unterbrochen von einigen Arbeitsgelegenheiten - für 1,50 Euro in der Stunde. Durch das Kombilohn-Modell VestA-Lohn hat die Mitfünfzigerin Arbeit und Perspektive gefunden. Der Caritas-Verband beschäftigt sie im Bereich Hilfen im Haushalt, und dafür erhält sie Tariflohn. "Die Frau ist total aufgeblüht", berichtete gestern Karin Kisro, Leiterin der Jugendwerkstatt. Das zeige, wie wichtig es sei, dass sich Menschen in der Arbeitswelt akzeptiert fühlen.

200 solcher Kombilohn-Arbeitsplätze wollte die Vestische Arbeit kreisweit schaffen, als sie im September 2006 das Programm "VestA-Lohn" auflegte. Ein Ziel, das offensichtlich zu ehrgeizig war. Ulrich Kupke von der Vestischen Arbeit kennt den Grund dafür: "Wir erwarten von den Wohlfahrtsverbänden, dass sie einen großen Teil des Lohns übernehmen." Deshalb müssten die Verbände zunächst Geschäftsfelder entwickeln. "Es ist uns wichtig, dass aus den geförderten Stellen echte Arbeitsplätze entstehen."

Immerhin sind 90 Kombilohn-Stellen geschaffen worden, elf davon allein von der Caritas Haltern. Ein Tätigkeitsfeld ist der Näh- und Bügelservice. Eine Dienstleistung für Menschen, die dringen auf solche Hilfe angewiesen sind, sich diesen Service aber auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht leisten können. Auch die Tätigkeiten von Zivildienstleistenden werden mehr und mehr von Kombilohn-Kräften übernommen. "Das kostet uns 4000 Euro mehr im Jahr", so Caritas-Geschäftsführer Willi Grave, "aber so können wir die Qualität der Betreuung von Behinderten deutlich steigern. Zivis stehen ja jeweils nur für einen sehr kurzen Zeitraum zur Verfügung."

Bis 2008 ist das VestA-Lohn-Programm befristet. Grave sieht diese Befristung kritisch. "Es wird immer schwieriger, neue Stellen zu schaffen." Zwei weitere Plätze für Haltern sind aber bereits genehmigt. thl

Lesen Sie jetzt