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Lieber vorbeugen

Haltern "Im Alltag wird sich für uns kaum etwas ändern", äußerten sich zusammenfassend alle Leiter der weiterführenden Schulen in Haltern zum neuen Erlass, der die Zusammenarbeit von Schule und Polizei bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität neu regeln soll.

15.10.2007

Schwere Vergehen ihrer Schüler müssen Schulen künftig der Polizei melden. Eine Strafanzeige ist dann nicht mehr abzuwenden. Während Innenminister Ingo Wolf von der Gesetzesänderung eine "Aufhellung des Dunkelfeldes" erwartet, um die Schulen mit Kriminalitätsproblemen besser orten zu können, sehen die Halterner Schulleiter in dem neuen Erlass keinen großen Wurf. "Meine Vorgehensweise wird sich nicht ändern", erklärte Realschuldirektor Michael Weiand. Die Schule habe eine ganze Reihe von Einwirkungsmöglichkeiten, wenn diese nicht fruchteten, müsse die Polizei eingeschaltet werden. Seien Schüler zum Beispiel bei einem Einbruch erwischt worden, würden zunächst die Eltern und dann auch die Polizei informiert. Daran werde sich sicher auch in Zukunft nichts ändern.

Ähnlich sieht auch Johannes Hermsen vom Gymnasium die Situation: "Jeder Bürger ist verpflichtet, Offizialdelikte anzuzeigen." Bei den Schülern gehe es ihm nicht zuerst um die Bestrafung, sondern um Möglichkeiten der Rehabilitation und um den Schutz der Allgemeinheit beziehungsweise der übrigen Schüler. In seinen 13 Jahren als Schulleiter in Haltern habe sich jedoch kein Schüler des Gymnasiums schwerer Straftaten schuldig gemacht, betonte Hermsen.

"In den meisten Fällen liegen lediglich Verdachtsmomente vor", berichtete Vivi Klapheck, Leiterin der Erich-Kästner-Schule, aus ihrer Praxis. Nur in den seltensten Fällen erlebten Lehrer eine Straftat hautnah mit. Dass diese dann sofort angezeigt werde, stehe natürlich außer Frage. Bei bestehenden Unsicherheiten aber möchte Vivi Klapheck weiterhin bisherige Wege verfolgen: Beratung mit der Polizei und dem Jugendamt, Gespräche mit den Eltern, Einschaltung weiterer Institutionen. Wichtig bleibe die präventive Arbeit, damit Straftaten im Vorfeld verhindert werden könnten. Ähnlich schätzt auch Hauptschulleiterin Dagmar Perret die Lage ein. An der Tagesordnung war die Zusammenarbeit mit der Polizei wegen begangener Straftaten bisher nicht, und sie soll es auch nicht werden. Silvia Wiethoff

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