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Prozess gegen mutmaßlichen Vergewaltiger steht auf der Kippe

Landgericht

ESSEN/HALTERN Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer 23-jährigen Frau aus Haltern kann sich der Angeklagte offenbar wieder etwas Hoffnung machen. Ob der 34-Jährige wirklich für mehr als fünf Jahre ins Gefängnis muss, ist seit Freitag wieder unklar.

von Von Jörn Hartwich

, 30.04.2010

Das Essener Landgericht hat offen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin geäußert. Die 23-Jährige war bereits zum dritten Mal in den Zeugenstand gerufen worden. Doch diesmal wurde es ernst. Es ging um eine kleine Bemerkung, die Konsequenzen haben könnte. „Wenn wir Sie beim Lügen erwischen, kann ihre Glaubwürdigkeit zusammenbrechen“, sagte der Richter im Prozess. Es dürfe keine Zweifel an der Wahrheitsliebe der Zeugin geben.

Im konkreten Fall ging es darum, ob die 23-Jährige wenige Tage vor der angeblichen Vergewaltigung geplant hatte, noch einmal eine Nacht mit dem Angeklagten zu verbringen oder ob sich die Übernachtung zufällig (zu viel Alkohol nach gemeinsamem Disko-Besuch) ergeben habe. In diesem Punkt hatten sich ausgerechnet Mutter und Tochter im Zeugenstand widersprochen. Das Gericht berief daraufhin eine einstündige Zwischenberatung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Ob noch weitere Verhandlungstage benötigt werden, ist unklar.

Dem Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, seine Ex-Freundin im Dezember in einem Maisfeld bei Lippramsdorf mit einem Messer bedroht und dann vergewaltigt zu haben. Er selbst beteuert seine Unschuld.