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Radfahrer angefahren – 68-jähriger Halterner zu Geldstrafe verurteilt

Schöffengericht

HALTERN Wohl einen Denkzettel verpassen wollte ein 68-jähriger Halterner einem jungen Radfahrer, der während der Fahrt telefoniert haben soll. Und weil er dabei laut Anklage Leib und Leben des Fahrradfahrer gefährdet hat, wurde er am Donnerstag im Amtsgericht Marl zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt.

von Von Inga Tawadrous

, 01.04.2010

Rückblick: Der 68-Jährige war am 26. September 2008 mit seinem PKW auf dem Nordwall unterwegs. Der damals 17-Jährige radelte auf der anderen Straßenseite. Doch dann sei der Schüler, der offenbar telefonierte, ohne anzuhalten und ohne jegliche Handzeichen rechts auf den Fußgängerweg abgebogen, schilderte der Rentner die Situation. Es kam zur Kollision. „Plötzlich saß ich auf seiner Motorhaube“, erinnerte sich der nunmehr 19-Jährige, der bei dem Vorfall nur leicht verletzt wurde. „Aber das war vorsätzlich“, betonte der Schüler immer wieder. Und das war auch das Einzige, woran sich das Opfer wirklich hundertprozentig erinnern konnte. Andere Details hatte der 19-Jährige nicht mehr im Gedächtnis. „Schließlich wurde der Prozess immer wieder verschoben. Zwei Jahre lang“, so der Geschädigte.

Aber auch der Autofahrer fühlte sich im Recht: „Ich kenne die Ecke gut. Und weil vor dem Fußgängerweg eine Einmündung ist, habe ich meine Geschwindigkeit verringert und dann angehalten.“ Zeugen, ein Taxifahrer und seine Ehefrau, die mit einem Roller direkt hinter dem Angeklagten fuhren, bestätigten, dass dieser tatsächlich deutlich langsamer wurde. Vor dem Zebrastreifen habe er jedoch wieder Gas gegeben und so den Radfahrer erfasst. „Ich habe es mit Absicht getan“, hätte der wütende 68-Jährige nach dem Unfall mehrfach gesagt, schilderte die Zeugin, die darüber in dem Moment total entsetzt war. „Und das bin ich noch heute“, so die Zeugin weiter. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen verurteilt. Drei Monate Fahrverbot kommen noch oben drauf.