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Rote Socke sezierte die Politik

SYTHEN "In Bayern als „linke rote Berliner Socke“ verschrien belebte Gerd Hoffmann am Freitagabend den bislang weißen Fleck Haltern am See auf seiner Tourneekarte mit Leben.

von Von Ellen Adam

, 03.03.2008
Rote Socke sezierte die Politik

Gerd Hoffmann.

„Pfeiffer's Sythener Flora“ hatte zum Gaumenschmaus erstmalig politisches Kabarett auf der Karte, das nicht minder delikat daher kam wie das viergängige Menü. Wusste der eigens aus Berlin angereiste Hoffmann doch mit Witz und Ironie die Bundespolitik aufs Korn zu nehmen. Sein Markenzeichen ist seit Jahren der rot gefärbte Haarschopf… als Zeichen der persönlichen Rebellion. Und die blitzte ebenfalls aus den blauen Augen bei Themen wie dem „Wahl-Drama“ um Roland Koch. Aus dem Dilemma der Regierungsbildung könne Dieter Bohlen helfen mit „H.S.H.M.“ – Hessen sucht die Hessenmehrheit.

Salz in der Suppe

Das Salz in der politischen Suppe – Matthias Pfeiffer nutzte Speckblätter in seiner köstlichen Steckrüben-Suppenkreation – zeigte sich in besonderen Wortschöpfungen. Mit einem breiten Grinsen wurde Hoffmann nicht müde, Merkel & Co. dialektisch zu sezieren und sprang dabei mühelos in der Welt umher. „Ich habe nichts gegen Angela Merkel“, betonte er immer wieder, „jedenfalls nichts Vernünftiges“. Ihre Frauenpower „ohne Ende“ habe sichtbare Auswirkungen. „Es gibt im Fernsehen fast nur noch Moderatorinnen, haben Sie das bemerkt?“ Das neue Nationalgefühl – kollektiv nationalbeflaggt wieder entdeckt – mit zahllosen Auslandseinsätzen der Bundeskanzlerin nahm Hoffmann ebenso auf die Schüppe wie die aktuelle Diskussion um „Geldkoffer in Liechtenstein“. Dass der gemeine Bürger häufig durch Wortschöpfungen aus dem Munde der Politiker regelrecht verdurstet, durchleuchtete Hoffmann süffisant. Und verdeutlichte anhand eines Notrufes, wie ein Hilfeschrei ins Leere gehen kann. Während Pfeiffers Gäste sich an rosa gebratenem Wildschweinrücken und herzhaften Kartoffeltörtchen labten, erfreute sich Hoffmann am „Kleffköter an Gerhard Schröders Beinen“ Friedrich Merz. „Die Union hat es nicht leicht“, meinte er dann. „Auf der einen Seite die weibisch weinerliche Zicke . . . auf der anderen Seite ..Angela Merkel“.  

Termine

Weitere kulinarische Kulturtermine: 2. April – „Gar nicht krank ist auch nicht gesund“ – Das Phänomen Karl Valentin – mit dem LiteraTourTheater. Zur EM 08 „Ladies Bier-Time“ – ein Bierklinarium für die Damenwelt mit Dipl.-Biersommelier Manfred Klein.

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